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„Raser-Einflugschneise“ Daruper Straße

Über 130 Unterschriften für mehr Kontrollen

Coesfeld

Viele haben es offenbar noch gar nicht mitbekommen. Mit den neuen Wohngebieten entlang der Daruper Straße ist das Ortseingangsschild, das eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h signalisiert, weiter stadtauswärts gewandert. Früher stand es einmal hinter der Klinke, später dann hinter der Georgskapelle und jetzt hinter der Einfahrt zum Sommerkamp. „Es wird hier viel zu schnell gefahren“, klagt Philipp Pöpping, der an der den Wohngebieten gegenüber liegenden Straßenseite wohnt.

Von Detlef Scherle

Mit diesem QR-Code gelangt man zum Youtube-Video von Philipp Pöpping. Foto:

Er erlebt die Daruper Straße zunehmend als „Raser-Einflugschneise“. Da werde nicht nur die Latte von 50 regelmäßig gerissen, auch 70, 80 und 100 stelle keinesfalls das Maximum dar. Die Folgen: Die Gefahr für die Anwohner, in den Wohngebieten oft junge Familien mit Kindern, steigt. Und die Lärmbelästigung auch. Zudem werde aufgrund der hohen Geschwindigkeit das Ausfahren aus den Wohngebietsstraßen auf die Daruper Straße, das außerdem nicht gestutzte Hecken und parkende Autos behindern, immer schwieriger.

Über 130 Unterschriften hat Pöpping jetzt für seine Forderungen gesammelt, dass Kreis, Polizei und Stadt etwas gegen die Geschwindigkeitsüberschreitungen unternehmen sollen. Gesammelt hat er sie nur im betreffenden Viertel, betont er. Da beeindruckt die Zustimmungsquote: „98 Prozent der Anlieger stehen dahinter.“ Sie wünschen sich vor allem deutlich mehr mobile Kontrollen durch die Polizei (dafür würde Pöpping sogar sein Grundstück zur Verfügung stellen), eine solarbetriebene Tafel, die anzeigt, wie schnell man fährt und das mit Smileys kommentiert. Er ist überzeugt: „Das hätte eine psychologische Wirkung.“ Und wenn das alles doch nichts bringt, müsse auch über stationäre Geschwindigkeitsanlagen für beide Richtungen sowie Querungshilfen nachgedacht werden, regt er an. Gestern hat er das Schreiben mit den Unterschriften Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Bürgermeisterin Eliza Diekmann geschickt – und hofft nun auf eine schnelle Reaktion.

Beigefügt hat er den nebenstehenden QR-Code, über den ein Youtube-Video abgerufen werden kann, in dem er dokumentiert, wie schnell auf der Daruper Straße im Bereich der Wohngebiete gefahren wird (Beispiel vom 30. Juni 2021 zwischen 6 und 7.30 Uhr). Mit dem bloßen Auge kann natürlich niemand die Geschwindigkeit abschätzen. Deshalb blendet er immer wieder einen dunkelblauen Passat Kombi ein, der die Stelle GPS-gestützt exakt mit 50 km/h passiert. Dabei wird im Vergleich deutlich, dass die meisten anderen Fahrzeuge sehr viel schneller unterwegs sind. Besondere Sorge bereitet Pöpping und den weiteren Anliegern vor allem die zunehmend hohe Zahl von Lkw, die hier vorbeidonnern. Da so viel junge Familien hergezogen sind, hat laut Pöpping auch „der Strom an Menschen, die sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad im Verkehr bewegen beziehungsweise diesen queren“, ebenfalls zugenommen. „Viele fahren mit dem Rad oder gehen zu Fuß“, hat er beobachtet – zum Beispiel zum Berg, zur Schule (Pius, Schulzentrum), zur Kita, zum Mietgarten oder zum Hofladen. Die logische Konsequenz, die sich für ihn daraus ergibt: „Dann sollte auch der Verkehr an diese neue Situation angepasst werden, was offensichtlich durch eine reine Geschwindigkeitsbegrenzung und hin und wieder stattfindende Messungen nicht funktioniert.“

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