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Seit acht Wochen keine Einfahrt in Seminarstraße vom Basteiring aus

Unattraktiv für Durchgangsverkehr?

Coesfeld

Bereits seit acht Wochen dürfen motorisierte Verkehrsteilnehmer vom Basteiring nicht in die Seminarstraße abbiegen. „Einfahrt verboten“ gilt dort. Denn die Stadt möchte den Durchgangsverkehr aus der Seminarstraße um den Bereich Hengte heraushalten, der durch die Sperrung der Straße Hohe Lucht zunehmen könnte. In der schmalen Straße wird aktuell in einer Baulücke ein Wohnhaus errichtet.

Von Manuela Reher

Innerhalb der Seminarstraße dürfen alle Verkehrsteilnehmer in beide Richtungen fahren. „Es handelt sich nicht um eine Einbahnstraße“, macht Stadtsprecherin Andrea Zirkel auf Nachfrage deutlich. Sie räumt ein, dass es zu einem Missverständnis gekommen sein könnte, weil die Stadt damals angekündigt habe, dass die Seminarstraße für den Durchgangsverkehr von motorisierten Verkehrsteilnehmenden nur noch von der Wetmarstraße aus befahrbar bleiben soll. Eine Ausnahme gilt für Busse.

Dabei können Autofahrer, die von der Kettelerstraße oder vom Zapfeweg kommen, in beide Richtungen in die Seminarstraße abbiegen.

Anwohner Frank Strübig ist nicht der einzige, der davon ausgegangen war, dass es sich um eine Einbahnstraßen-Regelung handelt. Diese würde aus seiner Sicht auch Sinn machen und zum gewünschten Erfolg führen, den Verkehr besser zu lenken. Nicht nur die Seminarstraße, sondern auch der Zapfeweg und die Kettelerstraße sollten zu Einbahnstraßen erklärt werden, wie er vorschlägt. Der Zapfeweg sollte nur noch in Richtung Teichweg und die Kettelerstraße nur noch in Richtung Seminarstraße befahrbar sein. Damit würde man eine Situation schaffen, die für den Durchgangsverkehr „komplett unattraktiv“ sei. Das gebe die aktuelle Regelung nicht her. Denn die Autofahrer würden von der Borkener Straße über den Teichweg trotzdem in die Seminarstraße fahren oder auch gleich direkt am Basteiring verkehrswidrig in die Seminarstraße abbiegen.

„Mir geht es vor allem um die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler“, betont Frank Strübig mit Blick auf die beiden Schulen an der Seminarstraße.

Stadtsprecherin Andrea Zirkel erläutert bei einem Ortstermin, dass die Verkehrsexperten eine Einbahnstraßen-Regelung für die Seminarstraße bisher für nicht erforderlich gehalten haben. Sie sichert zu, dass im Februar oder März Verkehrsmessungen auf dem Teichweg und auf der Hengtestraße gemacht werden. Damit wolle man feststellen, ob es gelungen ist, die Verlagerung des Durchgangsverkehrs von diesen beiden Straßen weitestgehend fernzuhalten. Dauerhafte Lösungsansätze werde das Mobilitätskonzept bringen, das im März vorgestellt wird. Auch der Schulbusverkehr sei in diesem Zusammenhang eine „Baustelle“.

Frank Strübig wünscht sich, dass man für das Mobilitätskonzept an derselben Stelle auch mal verschiedene Regelungen ausprobiert. Er könnte sich zum Beispiel vorstellen, die Seminarstraße vorübergehend zur Fahrradstraße zu machen und damit Erfahrungen zu sammeln. Frank Strübig ist sich durchaus im Klaren darüber, dass man es nicht allen recht machen kann. So kommentiert er: „Es gibt keine Lösung, bei der alle Hurra schreien.“

Wie lange die aktuelle Regelung mit „Einfahrt verboten“ an der Seminarstraße/Ecke Basteiring greift, ist noch ungewiss, wie Andrea Zirkel mitteilt. Das hängt von der Baustelle in der Hohen Lucht ab.

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