1. www.azonline.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Coesfeld
  6. >
  7. „Ungeheures Wunder“

  8. >

Figuren im Stadtmuseum

„Ungeheures Wunder“

Coesfeld. Sie gehören zu den elementaren Gestaltungselementen im Stadtmuseum „Das Tor“: die fünf weißen und lebensgroßen Figurinen, die für die beiden bisherigen Ausstellungsabschnitte geschaffen wurden. Sie bestehen überwiegend aus Styrodur und alten Textilien. Ein Textilhärter verleiht ihnen die massive Anmutung. Es gibt sie in jedem Raum, und sie fallen sofort ins Auge.

Allgemeine Zeitung

Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, Feldherr und Kirchenmann in einer Person – das veranschaulicht die neue Figurine, die ihren Platz im dritten Ausstellungsabschnitt des Stadtmuseums „Das Tor“ finden wird. Foto: Margaretha Fleige/Stadtmuseum „Das Tor“

Damit regen sie die Besucher zu einer ersten Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen an. Der „Torwächter“ im Forum weist auf das Walkenbrückentor als historischer Ort hin. Im Raum über den Nationalsozialismus steht eine Frau in den Trümmern der zerstörten Stadt.

Der „Murmelspieler“ im Raum zum jüdischen Leben erinnert an Karl-Heinz Freund, der als kleiner Junge nach Riga deportiert wurde. Die Figurine zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert zeigt eine Szene aus einem Arbeiteraufstand. Die Geschichte der Bundesrepublik wird durch einen Jugendlichen mit einem Smartphone abgebildet.

Geschaffen haben die Figurinen Coesfelder Künstler, die sich so von Beginn an für die Neugestaltung des Stadtmuseums im Walkenbrückentor eingesetzt haben. Der Torwächter, die Trümmerfrau und der Murmelspieler für den ersten Ausstellungsabschnitt haben Margaretha Fleige, Bernward Erlenkötter und Peter Ueding geschaffen. Seit dem zweiten Ausstellungsabschnitt komplettiert Burkhard Hoppe statt Bernward Erlenkötter das Künstlertrio. Sie haben jetzt auch für den dritten Abschnitt, der voraussichtlich Ende des Jahres eröffnet wird, eine neue Figurine entwickelt.

Dabei widmeten sich die drei Künstler zuerst dem bekannten Christoph Bernhard von Galen. Als Fürstbischof war er sowohl kirchliches als auch weltliches Oberhaupt. Angelehnt an einen Stich aus dem 17. Jahrhundert mit dem Namen „Das ungeheure Wunder“ fertigten die Künstler eine zweigeteilte Figur an: Auf der einen Seite ist Galen als Feldherr zu erkennen und auf der anderen Seite als Bischof inklusive Bischofsstab, Mitra und vielen anderen Details.

„Gerade diese Details machen die Figurine so bemerkenswert. Das Motiv war sicherlich nicht einfach, aber die Darstellung der beiden Seiten Christoph Bernhards von Galen ist eines der zentralen Vermittlungsziele in unserer Ausstellung“, freut sich Museumsleiterin Dr. Kristina Sievers-Fleer. „Die Figur dient als Ausgangspunkt für eine tiefere Auseinandersetzung mit den beiden Seiten. Wir sind dem Künstlertrio deswegen sehr dankbar, dass es sich mit so viel Engagement und Liebe zum Detail der Herausforderung gestellt hat und auch, dass wir im dritten Ausstellungsabschnitt an dem erfolgreichen Konzept der weißen Figurinen festhalten können.“ Welche Motive für die insgesamt vier neuen Ausstellungsräume noch hinzukommen, verrät die Museumsleiterin nicht.

Startseite
ANZEIGE