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Stadt-Dialog zum erstem Mal in Präsenz im Schlosspark

„Unsere Stadt ist voller kreativer Köpfe“

Coesfeld

Kultur ist das Leben in der Gesellschaft. Kultur sind Dinge, die einen anregen. Kultur ist das, was Menschen geschaffen haben: So bunt gemischt wie die Besucher an diesem Abend waren die Gedanken dazu, was Kultur für jeden Einzelnen bedeutet. Familien mit kleinen Kindern, Paare verschiedenen Alters und Geflüchtete nahmen an diesem Abend auf den Stufen an der Berkel Platz und verfolgten den Stadt-Dialog, in dem die Kultur im Fokus stand. „Der Ort dafür hätte nicht besser passen können“, merkte Bürgermeisterin Eliza Diekmann in ihrer Begrüßung an. Gemeinsam mit Michael Banneyer, Sprecher des Arbeitskreises Kultur und Freizeit des Stadtmarketing Vereins, und Museumsleiterin Dr. Kristina Sievers-Fleer, führte sie auf der Berkelbühne durch den kurzweiligen Abend.

Von Leon Seyock

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Zum ersten Mal tauschten sich die Beteiligten in Präsenz aus und warfen Gedanken und Ideen in die Luft des Schlossparks. Dass Coesfeld kulturell „gut aufgestellt ist“, wie Diekmann später sagte, stellte sich direkt zu Beginn des Dialoges heraus: Die Freilichtbühne, der Bücherschrank, Kulturen aus aller Welt, die in Coesfeld beheimatet sind, Wohnen, Musik, die Kulturnacht und Nachbarschaften: Es sprudelte an Eindrücken, als Diekmann durch die Besucherreihen streifte und erfragte, was das kulturelle Leben für die Coesfelder bedeute. „Nicht zuletzt gehört auch der Sport zu unserer Kultur“, erwähnte Lars Vogel – passenderweise schallte die Musik von Sport im Park herüber, die der Veranstaltung eine besondere Note verlieh. Vogel ergänzte nach dem kurzen, aber ergiebigen Brainstorming: „Wir sehen, dass in Coesfeld viel passiert. Wir müssen aber daran arbeiten, dass unsere Kultur für die breite Öffentlichkeit erreichbar ist.“ Dem pflichtete eine Besucherin, selbst Künstlerin, bei. Sie erstelle unterschiedliche Werke in ihren eigenen vier Wänden, habe aber keine Möglichkeit, diese zu präsentieren. Schnell stand die Idee eines Kunsthauses im Raum.

„Das stünde Coesfeld gut zu Gesicht“, meldete sich Martin Althoff, Geschäftsführer des IBP, zu Wort. Zwar müsse man Rahmenbedingungen festlegen, das Haus dann aber den Künstlern und Besuchern überlassen. Diekmann sponn die Idee weiter und träumte bereits von einem „Ort der Begegnung“, an dem jeder willkommen sei. Banneyer schlug vor, dass das Natz-Thier-Haus dafür einen geeigneten Rahmen bieten könne. „Unsere ganze Stadt ist voller kreativer Köpfe. Und das ist ein wertvolles Pfund“, sagte er dazu.

Ein Kunsthaus könne ein Angebot für die gesamte Stadtgesellschaft sein. Denn, das wurde in diesem Dialog mehrmals thematisiert, man wolle alle Coesfelder teilhaben lassen und müsse das, was vorhanden ist, besser bewerben. „Wir haben bereits eine vielfältige Kultur und können stolz sein auf das, was wir leisten“, so Diekmann und dankte unzähligen Ehrenamtlichen, die das kulturelle Leben in der Kreisstadt gestalten. Banneyer warb dafür, auch in Zukunft „niederschwellige Angebote“ ins Leben zu rufen. Althoff hakte ein: „Man sollte mehr darüber nachdenken, wie es geht, und nicht, wie es nicht geht.“

Auch wenn bei diesem Stadt-Dialog die bereits vorhandene Kultur im Vordergrund stand, rief auch Diekmann dazu auf, „einfach mal zu machen“. Im kommenden Jahr wolle die Stadtverwaltung die Kultur besonders ins Auge fassen. Angestrebt ist eine Kulturentwicklungsplanung – bei der auch die Idee des Kunsthauses verfolgt werden soll.

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