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Auf der B 525 fand ein Paar aus Coesfeld einen von einem Auto erfassten Vogel

Verzweifelte Odyssee mit verletztem Bussard

Coesfeld

Mehrere Stunden lang haben Inge Lohmann und ihr Lebensgefährte Albert Biernacik versucht, für einen verletzten Bussard Hilfe zu bekommen, den sie auf der Bundesstraße 525 am Straßenrand aufgelesen haben. Der Vogel war zuvor vor ihren Augen von einem anderen Auto erfasst worden, dessen Fahrer einfach davon gebraust war. „Wir haben den Tiernotruf, den Tierschutz, die Feuerwehr und die Polizei um Unterstützung gebeten. Aber niemand konnte uns helfen“, erzählte die Coesfelderin. Alle hätten sich für nicht zuständig erklärt.

Von Franziska Ix

Einen solchen Bussard (Symbolbild) haben Inge Lohmann und ihr Lebensgefährte Albert Biernacik verletzt am Straßenrand gefunden. Foto: Foto: Kathy Büscher/Pixabay

Was war geschehen? Das Paar kam vom Einkaufen. Als sie den Unfall gesehen hat, bat Inge Lohmann ihren Lebensgefährten anzuhalten, nahm den Bussard vorsichtig auf und legte ihn in den Fußraum. Trotz ihres Hundes, der mit im Wagen saß, war der Transport kein Problem. Das fing erst danach an, als die Frage geklärt werden musste: Wohin mit dem verletzten Tier? Sie fuhren zunächst zur nahegelegenen Tierklinik Hochmoor. „Die sagten uns, dass sie uns nicht helfen könnten, da sie keine Greifvögel behandeln dürften“, so Lohmann. Vor der Klinik warteten noch einige Leute mit Hunden, die das Paar unterstützten. „Eine Frau ging sogar erneut in die Klinik“, berichtete Lohmann. Aber ohne Erfolg.

Nach vielen Anrufen, langem Warten mit Hund in einem Auto voller Einkäufe konnte schließlich die Tiernothilfe in Bocholt dem Paar die Nummer vom Tierarzt Graf Diethelm von Plettenberg in Bocholt geben. Dieser behandelte den Bussard, bei dem ein Flügel verletzt war. Inzwischen konnte der stolze Greifvogel geheilt wieder in die Freiheit entlassen werden.

Inge Lohmann und Albert Biernacik hing die Sache jedoch noch lange nach. Für sie ist es völlig unverständlich, warum sie so lange um Hilfe fragen mussten beziehungsweise nicht einmal Auskunft bekamen, was der Vogel hat und wie sie ihm helfen könnten. „Tiere empfinden ja genauso Schmerzen, wie Menschen“, so Lohmann. | Kommentar

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