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Elfköpfiger Bürgerrat stellt beim „Zukunftsforum“ seine Ergebnisse vor

Viele konkrete Antworten auf drängende Fragen

coesfeld

Begeisterung pur stand gestern bei den Besuchern am Ende des „Zukunftsforums“ im WBK, bei dem die Ergebnisse des per Los zusammengestellten elfköpfigen Bürgerrates vorgestellt wurden. „Ich bin total beeindruckt“, sagte Ralf Nielsen (SPD) von der Coesfelder Steuerungsgruppe des Losland-Projektes, das deutschlandweit in zehn Kommunen läuft (wir berichteten). Natürlich werde nicht alles eins zu eins umzusetzen sein – „aber es ging ja um die Anstöße – und die sind hervorragend“, so Nielsen. Kollege Oliver Nawrocki (FDP) regte an, gleich mit zwei bis drei Ansätzen zeitnah loszulegen. Und Tobias Musholt (CDU) nahm als allerersten Auftrag mit, die Kommunikation zu verbessern: „Der Stadtrat macht vieles schon, aber es kommt offenbar nicht an.“ Bürgermeisterin Eliza Diekmann, die sich bei den elf Bürgern mit Blumen für ihren engagierten Einsatz bedankte, freute sich vor allem, dass die Vorschläge „richtig konkret“ seien, so dass vieles nun auch ganz konkret angepackt werden könne.

Bürgermeisterin Eliza Diekmann bedankte sich mit Blumen bei den anwesenden Mitgliedern des nach dem Zufallsprinzip zusammengestellten Bürgerrates für ihre engagierte Arbeit. Foto: Foto: ds

Zuvor hatten Vertreter des Bürgerrates ihre Antworten auf die Frage, was ein glückliches Zusammenleben in Coesfeld bedeutet und was wir dafür brauchen, in vier Themenbereichen vorgestellt: Kommunikation, Jugend, Verkehr und Wohnen. Im Anschluss wurden diese dann in wechselnden kleinen Runden mit den rund 90 Besuchern des Zukunftsforums diskutiert – dabei gab es nochmals weitere wertvolle Anregungen für die Kommunalpolitik in Coesfeld.

Ein Wochenende lang hatten die elf per Zufallsprinzip ausgewählten Bürger, die aus allen Altersgruppen und Schichten kamen, die Köpfe zusammengesteckt. Zwei Moderatoren von Losland waren zur organisatorischen Unterstützung dabei. Inhaltlich haben die Elf aber alles selbst erarbeitet.

Das ist ein kleiner Teil der Ergebnisse:

0 Kommunikation: Mit einer App könnte die Stadt neue Möglichkeiten der Teilhabe schaffen. Auch Generationen- oder Sprachcafés (für Migranten) werden angeregt.

0 Wohnen: Die Stadt sollte bei jedem neuen Wohnprojekt einen gewissen Anteil an Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen festschreiben. Denjenigen, die kaum noch eine Wohnung finden, sollte von städtischer Seite, aber auch von ihren Arbeitgebern und den Kirchen geholfen werden. Wohnprojekte wie Generationen-Wohnen und Senioren-WGs sollten forciert werden.

0 Jugend: Junge Leute wollen vor allem ernst genommen werden mit ihren Anliegen. Es sollten für mehr Teilhabe niedrigschwellige Formate entwickelt werden. Auch Freiräume, wo sie ungestört unter sich sein können, fehlten in Coesfeld.

0 Verkehr und Barrierefreiheit: Der Bürgerrat wünscht sich Vorrang für den Rad- und Fußverkehr. Es soll innerorts Tempo 30 und mehr verkehrsberuhigte Bereiche geben. Die Straßen sollten für den Pkw-Verkehr unattraktiver gemacht werden.

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