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Digitaler Impfnachweis in örtlichen Apotheken erhältlich

„Viele versprechen sich eine Erleichterung im Alltag“

Coesfeld

Leichter würde es die Arbeit von ihm und seinen Kollegen in der Adler-Apotheke machen, dass die meisten Kunden recht entspannt und geduldig seien. „Direkt am Montag – dem ersten Tag, an dem der digitale Impfnachweis bei Apotheken erhältlich war – haben rund 100 Kunden danach gefragt“, berichtet Winfried A. Schürmann, Inhaber der Adler-Apotheke, auf AZ-Nachfrage. Zwar sei das System noch nicht komplett ausgereift, er sieht es aber als eine „sinnvolle Ergänzung“ und als Startschuss für vieles, was in Zukunft mit Blick auf die Digitalisierung noch kommen werde.

Von Leon Seyock

Mit dem digitalen Impfpass kann eine Impfung in der CovPass-App oder in der bekannten Corona-Warn-App nachgewiesen werden. Foto: Foto: Picture Alliance/Jens Krick

Seit Montag kann jeder, der gegen das Corona-Virus geimpft wurde, auch digital die Immunisierung nachweisen. Wer den Piks im Impfzentrum bekommen hat, bekommt diesen automatisch per Post bis Ende Juni zugesendet. Wer beim Hausarzt geimpft wurde, kann den Personalausweis und das Impfbuch oder die Impfbescheinigung mit in eine Apotheke bringen. „Wir übertragen die Daten nach Überprüfung in eine Maske, das läuft über einen Server des Robert-Koch-Instituts“, erklärt Sebastian Ludigkeit, Inhaber der Marien-Apotheke. Auf einem Schein erhält die Person dann den personalisierten QR-Code. „Dort sind alle Daten und die Impfnachweise hinterlegt“, schildert Ludigkeit. Dieser Code kann dann mit der bekannten Corona-Warn-App oder der neuen CovPass-App eingelesen werden.

In der Regel dauere die Ausstellung des Codes rund drei bis fünf Minuten, so Ludigkeit. „Der Start am Montag verlief allerdings etwas holprig, da zahlreiche Apotheken gleichzeitig auf den Server zugreifen wollten.“ Auch gestern Vormittag sei es zu diesem Problem gekommen, wie Schürmann sagt. Den Apotheken seien in einem solchen Fall die Hände gebunden, „wir sind aber froh, dass die meisten Kunden Verständnis zeigen“.

Um auf den Server zugreifen und die digitalen Impfnachweise ausstellen zu können, müssten die Apotheken auf einem Portal des Deutschen Apothekerverbands (DAV) angemeldet sein. „Aktuell fehlt uns noch ein Code, mit dem wir uns dort anmelden können“, informiert Barbara Köhne, Inhaberin der Johannes-Apotheke in Lette. „Wir stehen aber in den Startlöchern und spätestens in der nächsten Woche legen wir los“, blickt sie voraus. Auch in der Johannes-Apotheke sei die Nachfrage nach dem neuen Weg des Impfnachweises gestiegen, „sobald die ersten Infos veröffentlicht wurden“.

Die hohe Nachfrage, die auch Sebastian Ludigkeit verzeichnet hat, führt er darauf zurück, dass sich viele Menschen eine „Erleichterung im Alltag“ versprechen. Denn – und das müsse man sich vor Augen führen, hakt Winfried A. Schürmann ein – es handele sich bei diesem Nachweis um ein „juristisches Dokument“. Da dieses genauso gilt wie der gelbe Impfpass, würden damit beispielsweise Zugänge in Einrichtungen oder zu Veranstaltungen geregelt. „Es darf daher unter keinen Umständen zu Fehlern kommen“, bittet Schürmann um Geduld, falls es doch mal etwas länger dauern sollte. Schließlich ist die Ausstellung der QR-Codes eine Aufgabe, die neben dem Alltagsgeschäft der Apotheker läuft.

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