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Abschnitt der Berkelpromenade zwischen Poststraße und Davidstraße ist fertig

Vom Würfel aus ins Wasser schauen

Coesfeld

Uwe Dickmanns schaut aufs Wasser. „Die ersten Besucher sind schon da“, stellt er fest und meint die Enten, die unten durch die Berkel paddeln. Ortstermin mit dem Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt der Stadt an der neuen Berkelpromenade: Nach monatelanger Bauzeit ist der nächste Abschnitt zwischen Poststraße und Davidstraße an der sogenannten „Berkelresidenz“ abgeschlossen. Wo einst eine Fahrradabstellanlage in unattraktivem Umfeld eher nützlichen Aspekten diente, ist – im Rahmen des Konzepts „Urbane Berkel“ – neue Aufenthaltsqualität geschaffen worden, zu der auch – wie schon im Schlosspark und am Wiemannweg – das direkte Erleben des Flusses in der Stadt gehört.

Von Ulrike Deusch

Aus der Mauer zwischen Davidstraße und Gerichtsring ist ein Stück herausgeschnitten. Hier kann man später runter ans Wasser gehen. Fachbereichsleiter Uwe Dickmanns (l.) und Oliver Günther (Firma M&O) befassen sich mit dem letzten Abschnitt der Berkelpromenade, der 2022 fertig wird. Mit im Bild Sarah Haase (Auszubildende in der Verwaltung). Foto:

Stufen, die im Dunkeln beleuchtet sind, führen runter ans Wasser, wer sich auf einen der Würfel oben auf die Promenade setzt, kann wahlweise auf die Berkel oder auf ein Pflanzbeet mit blühenden Rosen und Hortensien gucken. Junge Zierapfelbäume sollen in Zukunft auch für schattige Plätzchen sorgen. Pflaster, Geländer, Lampen, Papierkörbe – die Gestaltungselemente folgen dem Konzept, das das Planungsbüro Seebauer, Wefers und Partner (SWUP) mit Sitz in Berlin auch am Wiemannweg und im Schlosspark vorgegeben hat. Die Berkelsteine im Wasser sollen wie ihre Vorbilder an anderen Stellen der Berkelpromenade noch künstlerisch gestaltet werden, kündigt Uwe Dickmanns an.

Abgeschlossen ist auch die Umgestaltung des Parkplatzes an der Davidstraße, die ebenfalls neu gestaltet wurde – zeitlich abgestimmt auf den Umbau des ehemaligen Postgebäudes. Dort, wo die Berkel unter der Straße gluckert, deuten blaue Pflastersteine den Flusslauf an, ein Motiv, das zum Beispiel auch an der Mühlenstraße schon zum Einsatz kam.

Apropos Mühle: „Sehen Sie die alten Steine in der Mauer?“, fragt Dickmanns und weist auf eine Stelle gleich hinter der Brücke an der Davidstraße. „Hier stand eine alte Wassermühle. Wir haben die Steine freigelegt und ganz bewusst den Bewuchs an der Mauer erhalten“, erklärt er.

Unten im Flusslauf fällt eine Staustufe auf. „Solche Stufen gibt es immer wieder im Innenstadtverlauf der Berkel“, sagt Dickmanns. Sie dienen dazu, den Zufluss so zu regeln, „dass immer vollflächig Wasser da ist.“ Ein dünnes Rinnsal würde das Berkel-Erlebnis schließlich deutlich schmälern.

Derzeit allerdings wird der Zufluss so geregelt, dass im letzten Bauabschnitt der Berkelpromenade zwischen Davidstraße und Gerichtsring Arbeiten möglich sind, denn dieser letzte Bauabschnitt hat bereits Ende vergangenen Jahres begonnen und ist unter manchen Aspekten der aufwendigste der Berkelpromenade. Hier machen vor allem die Eigentumsverhältnisse das Projekt schwierig. Anders als die Flächen am Wiemannweg, die sich im Eigentum der Stadt befanden, grenzen zwischen Davidstraße und Gerichtsring die Grundstücke verschiedener Eigentümer an die Berkel. Hier hat die Stadt zunächst viele Verhandlungen geführt, um Flächen zu erwerben. Die Abgrenzungen der Grundstücke zur Berkel sind ein eigenes Kapitel. „Wir müssen mit jedem Eigentümer sprechen und sind noch nicht fertig“, so Dickmanns.

Fertig soll der letzte Abschnitt (rund eine Million Euro) im Frühjahr/Sommer 2022 werden und sich in seiner Gestalt an die vorhandenen anpassen. Schon ist die alte Mauer an einer Stelle durchgeschnitten, damit man später runter ans Wasser gehen kann. Dort liegt dann – als stilisiertes Objekt – ein Berkelzomp.

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