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Ein Blick in die Partnerstadt De Bilt

Weniger Infizierte, strengere Regeln

Coesfeld. Einen Blick auf die Coronalage in der Partnerstadt De Bilt in den Niederlanden hat Heinz Öhmann, Mitglied im Partnerschaftsverein Coesfeld-DeBilt, geworfen. Während in Coesfeld wie in ganz NRW seit dieser Woche die neue Corona-Schutzverordnung in Kraft getreten ist und sich ein Hausstand nur noch mit maximal einer weiteren Person in der Öffentlichkeit treffen darf, sind die Beschränkungen in De Bilt zum Teil deutlich strenger. „So dürfen auch im eigenen Hause, im Garten und auf dem Balkon nur zwei Personen empfangen werden“, sagt Öhmann.

Allgemeine Zeitung

Das niederländische Reichsinstitut für Volksgesundheit und Umwelt – ähnlich dem Robert-Koch-Institut in Deutschland – hat seinen Sitz in Coesfelds Partnerstadt De Bilt. Foto: az

Ausgenommen davon sind Kinder bis zwölf Jahren. Diese und viele andere Vorgaben macht das Ministerium für Volksgesundheit, das bereits Mitte Dezember einen verstärkten Lock-Down für die Niederlande bis mindestens zum 19. Januar festgelegt hat. Dem Gesundheitsministerium zugeordnet ist das unabhängige RIVM (Reichsinstitut für Volksgesundheit und Umwelt). „Dieses Institut ist in unserer Partnerstadt De Bilt ansässig und befindet sich nur wenige hundert Meter vom Rathaus Jagtlust entfernt“, berichtet Öhmann, der selbst mehrmals – auch in seiner damaligen Funktion als Bürgermeister – einen Besuch abgestattet hat.

Beim RIVM sind insgesamt rund 1600 Mitarbeiter beschäftigt. Das Institut ist vergleichbar mit dem RKI (Robert-Koch-Institut) in Berlin, das dem deutschen Gesundheitsminister unterstellt ist und täglich die Infektionszahlen bekannt gibt. Am Dienstag meldete das RIVM für Coesfelds Partnerstadt fünfzehn positiv getestete Menschen bei einer Einwohnerzahl von etwa 42 850, das entspricht 34,8 Menschen auf 100 000 Einwohner an einem Tag. Nach besonderen Höhepunkten im Oktober (74,2 Menschen pro 100 000) und Mitte Dezember vergangenen Jahres (78,8) hat sich die Zahl deutlich gesenkt. Zum Vergleich: Coesfeld hat aktuell 36 250 Einwohner und ist damit etwas kleiner als De Bilt. Die Zahl der Infizierten liegt mit aktuell 70 (Stand 14. 1.) allerdings deutlich höher. Genauso wie in NRW haben auch in den Niederlanden und in der Provinz Utrecht die Impfungen begonnen. „In seiner Neujahrsansprache sprach der De Bilter Bürgermeister Sjoerd Potter von der ,guten Nachricht …, dass es einen Impfstoff gibt’“, berichtet Öhmann. Nachdem es in den Niederlanden intensive Diskussionen um den späten Impfbeginn gab, können sich seit Anfang des Jahres in der knapp 20 KM nördlich von De Bilt gelegenen Nachbarstadt Houten zunächst Pflegekräfte impfen lassen, so zu lesen im Biltsche Courant am 4. Januar. „Vielleicht wird deshalb auch in einem Gedicht in der ersten Ausgabe des Jahres 2021 der De Bilter Zeitung „De Vierklank“ davon gesprochen, dass es einen Hoffnungsschimmer gibt“, vermutet Heinz Öhmann.

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