Hobbygärtner nehmen voller Vorfreude ihre Parzellen im Mietgarten Mehring in Empfang

„Wie Bescherung zu Weihnachten“

Coesfeld. Emely (7) und ihre Schwester Larissa (5) lieben Erdbeeren. Am liebsten würden die beiden Mädchen direkt ein paar Pflanzen in die Erde setzen. Soeben haben sie gemeinsam mit ihrer Kinderfrau Christiana Droste die Parzelle Nummer 12 im Mietgarten Mehring in Harle in Empfang genommen. „Die Übergabe ist ein bisschen wie Bescherung zu Weihnachten“, freut sich Christiana Droste, die im Frühjahr und Sommer sehr viel Zeit mit den Kindern im neuen kleinen Paradies verbringen wird.

Manuela Reher

Foto: Manuela Reher

Im Viertelstundentakt treffen die Mietgärtner ein, um eine der 40 Parzellen, die sie bis zum Herbst bewirtschaften dürfen, offiziell zu übernehmen. Elisabeth und Thomas Mehring haben schon jede Menge Vorarbeit geleistet. Denn auf den kleinen Gartengrundstücken, die mit Bändern abgeteilt sind, strecken schon kleine Stecklinge von Kohlrabi, Zwiebeln, Steckrübe

und Pflücksalat ihren Spross in die Höhe. Kartoffeln der Sorte Annabelle und die Kleine Rheinländerin, eine Erbsensorte, die ganz ohne Rankhilfe auskommt, ruhen noch im Boden.

„Viele können es gar nicht abwarten, bis sie endlich auf ihrer Parzelle loslegen können“, sagt Elisabeth Mehring und mahnt gleichzeitig zur Vorsicht. Denn die Eisheiligen könnten noch viel zunichte machen. Doch daran will in diesem Moment kein Hobbygärtner denken, denn die Vorfreude auf die künftige Gartenarbeit ist riesig. Mietgärtnerin Marlies Kliegel sieht ihrer Zucchini-Ernte mit Wonne entgegen. Zu Hause habe sie nur einen Ziergarten. „Ich finde das Projekt aus ökologischen Gründen hochinteressant“, sagt die Seniorin. Sie freut sich darauf, gemeinsam mit der Familie ihres Sohnes, der zwölf Jahre auf den Philippinen gelebt hat und nun nach Deutschland zurückkehrt, die 35 Quadratmeter große Parzelle zu bewirtschaften. „Ich bin gespannt, wie meine beiden Enkel das finden“, schmunzelt Marlies Kliegel.

Familie Voss, die ihre Parzelle sofort auf den Namen „Die wilde 14“ in Anlehnung an die Parzellennummer tauft, hofft auch auf die Mithilfe der inzwischen erwachsenen Kinder und auf ein „wunderbares Gemeinschaftsgefühl“ der Mietgärtner untereinander. „Das ist wie beim Sport. Der macht auch in einer Gruppe viel mehr Spaß“, schmunzelt Elisabeth Mehring und erntet damit allgemeine Zustimmung. Auch der Austausch von Tipps sei eine tolle Sache. Die ersten Hinweise erhalten die Hobbygärtner bereits vom Ehepaar Mehring. Zum Schutz vor Kohlfliegen seien Fliegennetze eine sinnvolle Einrichtung. Thomas Mehring hat auch Vogelscheuchen aufgestellt und am Rande des Geländes Sitzplätze für Greifvögel in luftiger Höhe errichtet, sodass eine mögliche Mäuseplage natürlich bekämpft werden könne.

Familie Krampe fiebert schon seit längerer Zeit der Gartensaison entgegen. Tochter Jana hat die ganze Sache ins Rollen gebracht. „Ich habe schon immer gern etwas auf dem Balkon angebaut. Jetzt ist das im Freiland möglich. Das ist eine coole Sache“, sagt sie. Sie kann es gar nicht abwarten, den Blühstreifen mit den Sonnenblumenkernen und vielen weiteren Samen für eine Honigbrache für Insekten einzusäen, die Elisabeth Mehring jedem Mietgärtner zur Begrüßung in einer kleinen Tüte überreicht.

Derweil träumt Christiana Droste bereits davon, mit Emely und Larissa an einem kleinen Tisch auf ihrer Parzelle lustige Gartenstecker für das Gemüse zu basteln.

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