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Ludgerus-Kindergarten heute seit 50 Jahren am Standort Loburger Straße 21a

„Wir wollen ein Zeichen setzen“

Coesfeld

Seit 50 Jahren ist der Ludgerus-Kindergarten im Gebäude Loburger Straße 21a untergebracht. 1971 war die Einrichtung vom Altbau in das neu errichtete, barrierefreie Nachbarhaus umgezogen. Viele kleine und große Leute haben seitdem das Gebäude mit Leben erfüllt und ihre Spuren dort hinterlassen.

Von Manuela Reher

Seit 50 Jahren toben sich die Kinder auf dem Gelände des 1971 errichteten Gebäudes des Ludgerus-Kindergartens an der Loburger Straße aus. Foto:

Daran erinnern die vielen bunten Fußabdrücke, die anlässlich dieses Jubiläums rund um die Kindertageseinrichtung der katholischen Kirchengemeinde Anna Katharina aufgehängt worden sind. Denn ein großes Geburtstagsfest ist in der Corona-Pandemie nicht möglich.

Das bedauern nicht nur die 17 Mitglieder des Kita-Teams, sondern auch die 81 Kinder in vier Gruppen und deren Eltern sowie alle Ehemaligen.

„Ein halbes Jahrhundert ist schon eine lange Zeit. Jeder hat seine Spuren hinterlassen. Wir wollen mit den individuell gestalteten Fußabdrücken ein Zeichen setzen“, sagt Annette Gebker. Seit Sommer 2019 ist sie Leiterin des Bewegungs-Kindergartens St. Ludgerus. Dieser ist bereits im Oktober 1954 als Zwei-Gruppen-Einrichtung gegründet worden. Die Kinder wurden in einem Gebäudeflügel, der an die 1950 errichtete Ludgeruskirche angebaut worden war, betreut. Doch bald reichten die Räume nicht mehr aus, sodass direkt nebenan der Neubau entstand. Der Altbau wurde fortan als Pfarrzentrum genutzt.

Pfarrer Johannes Hammans von der Gemeinde Anna Katharina erinnert daran, dass die Gründung des Kindergartens durch die Schwestern Unserer Lieben Frau beschleunigt worden sei. Wegen des großen Bedarfs sei ein Teil der Kinder damals vormittags und der andere Teil nachmittags betreut worden. Im Laufe der Jahre haben sich nicht nur die Betreuungszeiten in der Woche ausgedehnt, sondern es sind zunehmend auch immer jüngere Kinder in die Einrichtung aufgenommen worden. „Heute ist es nicht ungewöhnlich, wenn ein Kind fünf Jahre im Kindergarten verbringt, während es früher maximal zwei Jahre waren“, sagt Pfarrer Hammans.

In den siebziger Jahren hat Ulla Sommer die Leitung der Einrichtung, die auch heute noch als Herzstück der ehemaligen Ludgerus-Gemeinde gilt, übernommen. Bis 2019 hat sie gemeinsam mit ihrem Team den Ludgerus-Kindergarten geprägt und stets weiterentwickelt. Nachdem sie in den Ruhestand verabschiedet worden ist, hat Annette Gebker die Leitung übernommen, die bereits seit 2011 dort im Gruppendienst tätig gewesen ist und die Froschgruppe für Kinder unter drei Jahren mitbegründet hat.

„Das sind schon große Fußspuren, die Ulla Sommer mir hinterlassen hat“, sagt Annette Gebker. Aber gemeinsam mit ihrem tollen Team und den Eltern, mit denen es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gebe, könne der Kindergarten stets weiterentwickelt werden. „Auch wenn es manchmal anstrengend ist, wie aktuell in der Corona-Pandemie, meistern wir jede Situation“, sagt sie.

Der Ludgerus-Kindergarten hat sein Domizil in unmittelbarer Nähe der Einrichtungen von Haus Hall und des Betriebshilfsdienstes. „Diese Nachbarschaft ist eine spannende Sache. Das ist etwas Besonderes“, betont Pfarrer Hammans.

Die Kindertages-Einrichtung trage den Namen sowie den Geist und das Gemeinschaftsgefühl der ehemaligen Pfarrgemeinde St. Ludgerus in die Zukunft. Das wird auch im Alltag der Einrichtung an einem besonderen Detail sichtbar. Die kleine Glocke aus der Ludgeruskirche läutet zu besonderen Anlässen. Wenn auch der Ludgerus-Kindergarten den 50. Jahrestag seines Einzugs am 1. Juni nicht mit einem großen Fest mit vielen Teilnehmern feiern kann, sind alle eingeladen, die Fußspuren mit den aufgeschriebenen Erlebnissen und Fotos am Gartenzaun zu entdecken und in Erinnerungen zu schwelgen.

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