1. www.azonline.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Coesfeld
  6. >
  7. „Wir wollten unseren Beitrag leisten“

  8. >

Schülerinnen des Pictorius-Berufskollegs gestalten für Kirchengemeinden Flyer zum Schutz vor sexueller Gewalt

„Wir wollten unseren Beitrag leisten“

Coesfeld

Eine leichte Aufgabe war es nicht, die Paulina Hommel, Lene Stöhler und Noel Hilgers da übernommen hatten. „Aber wir haben es als unseren Beitrag zu einem aktuell wichtigen Thema verstanden“, sagt Paulina Hommel. Mit Herzblut haben die drei angehenden Abiturientinnen des Pictorius-Berufskollegs mit dem Schwerpunkt „Gestalten“ an dem Auftrag gearbeitet, den die drei katholischen Pfarrgemeinden aus Coesfeld formuliert hatten: die Gestaltung eines Info-Flyers über das ISK, das Institutionelle Schutzkonzept gegen (sexuelle) Gewalt, das St. Lamberti, Anna Katharina und St. Johannes Lette vereinbart haben, um junge Menschen im Kontext kirchlicher Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu schützen – und darüber auch offensiv zu informieren.

Von Ulrike Deusch

Die drei Schülerinnen (vorne v. l.) Paulina Hommel, Lene Stöhler und Noel Hilgers haben den Flyer entwickelt, der in Kürze in Druck geht. Das Bild zeigt sie mit (v. l. und hinten): Pastor Johannes Hammans und Gabriele Hürländer (beide Anna Katharina), Lehrerin Stephanie Kumpf, Adelheid Strukamp (St. Johannes Lette), Schulleiter Klaus Schneider und Matthias Bude (St. Lamberti). Foto: Foto: ude

„Wir sind immer dankbar für reale Aufträge“, sagt Lehrerin Stephanie Kumpf, die die Schülerinnen über die drei Monate ihrer Arbeit begleitet hat – im Rahmen der 2014 am Pictorius gegründeten Schülerwerbeagentur „Pictur“. „Und wir wollten nicht irgendeine fremde Fachfirma, sondern junge Menschen, die selbst einen ganz anderen Kontakt zu diesem Thema haben und mit Herzblut an die Sache rangehen“, begründet Pastor Johannes Hammans, warum die Steuerungsgruppe mit Vertretern aus allen drei Gemeinden sich ans Pictorius gewendet hat.

Matthias Bude, Pastoralreferent in St. Lamberti, erklärt: „Unser Ziel ist es, mit dem Flyer noch mal alle zu erreichen, die ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit der Pfarrgemeinden aktiv sind, und ihnen mit dem Präventionskonzept ein Stück Sicherheit zu geben.“ Zugleich soll es auch darum gehen, anderen Menschen und Außenstehenden das Schutzkonzept bekannt zu machen, Ansprechpartner zu nennen und nicht zuletzt zu signalisieren, dass Kirche sich nach den Missbrauchsskandalen der Vergangenheit nun auf den Weg macht und für neue Konzepte steht.

Niederschwellig, kurz, prägnant – das waren Grundlagen, auf denen die Abiturientinnen erste Vorschläge entwickelten. Lange haben die drei jungen Frauen Textbeiträge auf die wichtigsten Inhalte reduziert, an aussagekräftigen Piktogrammen gefeilt und ein Farbkonzept entwickelt, das angesichts des ernsten Themas mit gedeckten Tönen arbeitet. „Aber wir wollten auch nicht zu dunkle Farben wählen, um deutlich zu machen, dass ein offener Umgang mit dem Thema wichtig ist“, erklärt Lene Stöhler. Immer wieder haben die Schülerinnen den Dialog mit ihren Auftraggebern gesucht und ihre Ideen weiterentwickelt. „Es war uns ein Anliege unseren Beitrag zu leisten und dieses große und wichtige Thema für viele zugänglich zu machen“, schaut Paulina Hommel zurück. Die Vertreter der Pfarrgemeinden sind mehr als zufrieden. In Kürze wird der Flyer gedruckt.

Startseite