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Schilder für den QR-Code-Stadtrundgang stehen jetzt seit rund einem Jahr

Wo Geschichte lebendig wird

Coesfeld

Sie sollen ein Fenster zur Stadtgeschichte sein, ein Standpunkt, an dem die Vergangenheit, teils Jahrzehnte oder Jahrhunderte alt, direkt am historischen Ort des Geschehens wieder lebendig werden kann: die kleinen roten Schilder des Rundgangs „Blickpunkte der Stadtgeschichte“ inklusive QR-Code. Seit rund einem Jahr stehen sie nun schon. „Und wir hatten mit ihnen so viel vor. Wir wollten sie 2020 in Ruhe und aller Ausführlichkeit vorstellen zum Internationalen Museumstag. Doch dann kam der Lockdown“, erinnert sich Dr. Kristina Sievers-Fleer, Leiterin der städtischen Museen, an das vergangene Jahr. „Um die Rundgänge vorzustellen, wollten wir spezielle Stadtführungen anbieten, bei denen wir gemeinsam die Stationen und auch die Vertiefungsmöglichkeiten hätten vorstellen und entdecken können.“ Doch daraus wurde nichts.

Von Jessica Demmer

Scannt den QR-Code des Rundgangs „Blickpunkte der Stadtgeschichte“ am Standort „Wirtschaftsleben“ in der Walkenbrückenstraße: Museumsleiterin Dr. Kristina Sievers-Fleer. Gegenüber befindet sich ein ganz besonderes Haus... Foto: Fotos: jd

Grund genug, gerade auch in Pandemiezeiten, an diesen kontaktlosen Stadtrundgang unter freiem Himmel zu erinnern. „Es sind zwei thematische Schwerpunkte. „Handel und Handwerk“ und „Jüdisches Leben“. Insgesamt haben wir 13 Schilder in der Stadt aufgestellt, eines fehlt jedoch noch“, so Sievers-Fleer. Das Schild zur Ölmühle an der Ecke Süringstraße und Davidstraße wartet noch auf seinen Einsatz. „Aktuell finden dort an der Brücke ja Bauarbeiten an der Berkel statt, die wollten wir noch abwarten.“ Aber die anderen zwölf können schon entdeckt werden. Ob alleine oder gleich als Schulklasse, coronakonform natürlich. „Wir hatten schon Anfragen von Lehrern, die ihren Schülern etwas zum jüdischen Leben vermitteln wollten. Das Stadtmuseum hatte ja leider geschlossen, das war dann die Alternative, die ich nennen konnte.“ Das aktuelle System ermögliche es jedoch noch nicht, zu sehen, welcher QR-Code wie häufig aufgerufen und welcher Blickpunkt damit Publikumsliebling ist. „Aber wir stellen das gerade um und können das künftig sehen“, ist auch die Museumsleiterin schon ganz gespannt.

Mehr als zweieinhalb Jahre habe die Vorbereitung für diesen interaktiven Stadtrundgang gedauert – eine Zusammenarbeit von Stadtmuseum und Stadtarchiv. „An jedem Punkt gibt es nicht nur ausführliche Informationen, sondern auch Zusatzmaterial wie historische Fotos oder Dokumente.“

Die Rückmeldungen zum Projekt seien bislang positiv gewesen. Ein weiterer Grund, sich darauf nicht auszuruhen. „Wir haben schon einen dritten QR-Code-Rundgang geplant, zu einem anderen Thema. Die Fördermittel über das Leader-Programm sind sogar schon genehmigt“, freut sich Sievers-Fleer. Diverse Schwerpunkte seien dafür in der Überlegung. „Aber wir wollen jetzt erst in der Synagoge mit unserem aktuellen Projekt weiterkommen und uns dann mit der Ausarbeitung des weiteren Stadtrundgangs beschäftigen“, stellt sie in Aussicht. Nach einer Vorauswahl bestimmter Themen sollen diese auch der Öffentlichkeit präsentiert werden. „Die Bürger können dann mitentscheiden, worum es inhaltlich beim dritten Rundgang gehen soll. Ich könnte mir zum Beispiel ‘Frauenklöster im Mittelalter in unserer Stadt’ vorstellen.“ Denn diese habe es reichlich gegeben, nur keiner habe sie mehr so richtig in Erinnerung. Das neue Thema müsste auf jeden Fall gut in der Stadt verortet werden können. „Wir haben von den Frauenklöstern zum Beispiel auch Informationen im Museum, aber keine Objekte. Und dann ist die Geschichte natürlich direkt am Ort des Geschehens noch einmal viel spannender.“

Sollte das Wetter mal nicht mitspielen, können die Infos zu den einzelnen Blickpunkten auch so über die Homepage des Stadtmuseums abgerufen werden. | www.stadtmuseum.coesfeld.de/stadtrundgang.de

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