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14. Daruper Landpartie lockt an 13 Lokalitäten Tausende Besucher an

Kunst und Kultur blühen wieder auf

Darup

„Tschüss, mach’s gut!“ Jutta Börste wirft noch einen kurzen Blick in das große Auto, bevor es losfährt. „Das war meine Lieblingsskulptur“, sagt sie mit ein klein wenig Wehmut in der Stimme und tröstet sich – beinahe vorfreudig: „Ich mache die einfach noch mal!“ Die Malerin und Bildhauerin aus Rhede wird wohl noch so einige Skulpturen neu erschaffen müssen, denn so manche Besucher der 14. Daruper Landpartie sind nicht nur zum Schauen gekommen. Eines indes haben die gefühlt zehntausend Gäste mit dem Organisatorenteam um Marion Tibroni gemein: Sie freuen sich, nach einem Jahr pandemiebedingter Zwangspause endlich wieder Kunst und Kultur genießen zu können. Und Darup ist dafür inzwischen überregional bekannt, wie die vielen ortsfremden Autokennzeichen beweisen.

Von Iris Bergmann

Fotorealistische Malerei gibt es bei Dagmar von Fürstenberg am Haus Darup zu bestaunen. Foto:

Zwei traumhaft schöne Tage, Samstag und Sonntag, gönnt Petrus der Veranstaltung. Sonne, weiße Wölkchen und blauer Himmel laden zum Flanieren, Staunen und natürlich auch zum Genießen ein. An 13 verschiedenen Lokalitäten innerhalb des Dorfes können die Gäste die unterschiedlichsten Kunstrichtungen kennenlernen.

Im klassisch schönen Garten Wutzler finden sich Weidenskulpturen und traditionelle Raku-Keramik. Im Pfarrheim zeigt die Fotografin Annemarie Berlin ihre beeindruckenden Fotos und Hubert Wilmsen präsentiert Holzbücher und Objekte. Kühl und still ist es in der Pfarrkirche Ss. Fabian und Sebastian. Wer Glück hat, kommt zur rechten Zeit für ein Orgelkonzert oder eine Lesung von Peter Amadeus Schneider und André Stinka.

Daneben, in der Alten Diele, gibt es „dicke Damen“ zu bewundern. Dagmar Matzak aus Selm stellt diese pummelig-fröhlichen Damen aus Gips oder Beton her, die so sympathisch daherkommen, dass sie den Betrachter förmlich auffordern: „Kauf mich und nimm mich mit.“ So hat bereits am späteren Samstagnachmittag die eine oder andere dicke Madame ein neues Zuhause gefunden. Die Künstlerin ist ganz überrascht: „Ich hätte nie gedacht, dass die dicken Damen so gefragt sind.“ Da werde sie wohl nach der Landpartie wieder öfter in ihren Keller müssen, um neue Damen zu kreieren, schmunzelt sie. Seit 2019 stellt sie die kleinen Figuren her. „Ich hatte mal ähnliche auf einer Ausstellung gesehen“, erinnert sie sich. Daraufhin hat sie sich selbst daran versucht. „Ursprünglich habe ich gemalt, aber inzwischen mach ich lieber diese kleinen Skulpturen“, erklärt sie und nimmt zwei ihrer dicken Damen in den Arm.

Im großen Esszimmer der Alten Diele steht elegante Raku-Keramik von Petra Schulten Große Hagenbrock und dort hängen auch die farbenprächtigen Malereien der Nottulner Künstlerin Andrea Aupers. Sie ist zum ersten Mal bei der Landpartie dabei. „Hier in diesem schönen Raum kommen meine Bilder wunderbar zur Geltung“, freut sie sich.

Egal, wo die Besucher und Besucherinnen auch hinkommen, es erwartet sie ein Augenschmaus nach dem anderen. Allein das einladende Entree von Gut Feismann und Haus Darup, der Alte Hof Schoppmann mit seinem Garten, der Scheune und dem kleinen Café oder der baumbeschattete Hof Schulze Darup, wo die Landfrauen und die Landjugend mit frischen Waffeln locken – die Atmosphäre ist einfach wunderbar und nach der langen Zeit der Entbehrungen, feiern die Menschen die Kunst, die Künstler und das große kleine Dorf Darup.

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