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Heimatverein sichert historisch interessante Holzteile, die bei Straßenarbeiten gefunden wurden

Mit der Kutsche übern Knüppeldamm

Darup. Im Garten von Christiane Gottschalk in Darup liegen seit geraumer Zeit sehr große Knüppel inmitten blühender Krokusse. Das ist natürlich dekorativ, aber in erster Linie vor allem geschichtsträchtig. Diese Knüppel kamen zutage während des Ausbaggerns im Zuge der Erneuerung der Billerbecker Straße. Christiane Gottschalk erinnerte sich, solche Knüppel schon einmal vor vielen Jahren gesehen zu haben, als seinerzeit an fast derselben Stelle Manöverschäden beseitigt wurden und es ebenfalls Knüppelfunde gab. „Ob diese Knüppel jedoch wertvoll sind, das wissen wir nicht“, bedauert Gottschalk. „Wir haben sie aber erstmal gesichert, ansonsten wären sie entsorgt worden.“

Iris Bergmann

Der Heimatverein hat die großen Knüppel gesichert und zunächst im Garten von Vorstandsmitglied Christiane Gottschalk platziert. Sie sind ein Stück Daruper Ortsgeschichte und erzählen aus dem Mittelalter. Foto: ib Foto: az

Was es mit den großen Holzteilen auf sich hat, hat Wolfram Wutzler vom Daruper Heimatverein recherchiert. Auch Wutzler erinnert sich, dass vor etwa 50 Jahren schon Knüppel bei den Straßenarbeiten auf der Billerbecker Straße gefunden wurden. Die Holzknüppel haben sehr viele Jahre „auf dem Buckel“. Im Mittelalter wurden damit die Straßen zu einem sogenannten „Knüppeldamm“ befestigt, damit die Postkutschen besser fahren konnten und vor allem bei Nässe nicht einsanken. „Ich möchte trotzdem nicht zu der Zeit in einer Kutsche gesessen haben“, lacht Christiane Gottschalk. Angesichts der mageren Federung des Gefährts müsse es ein ganz schönes Gerumpel auf dem Knüppeldamm gewesen sein.

Wolfram Wutzler hat recherchiert, dass die Billerbecker Straße eine frühgeschichtliche Fernstraße war und im 14. und 15. Jahrhundert zu den wichtigen Hansischen Handelsstraßen gehörte, die das Münsterland mit den Niederlanden verbanden. Drei bis vier Mal kam damals die Postkutsche durch Darup, weiß Christiane Gottschalk. Es war eine sehr viel befahrene Straße.

Einige dieser hölzernen Relikte sind nun also zunächst einmal sichergestellt. „Der Heimatverein würde ja gern ein Heimatmuseum einrichten“, erzählt Wolfram Wutzler. Dazu würden die Knüppel passen. „Wir wissen nicht, ob es eine wertvolle Antiquität ist“, meint Wutzler. Aber ein Stück Heimatgeschichte ist es allemal.

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