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Auf sechs Kilometer langem Schulwanderweg Natur und Kultur mit allen Sinnen erleben

Mit „Kuckuckskarte“ auf Zeitreise

Darup

„Ich kann sagen, dass es einer der ersten Schulwanderwege im Münsterland ist“, freute sich Dr. Silke Eilers, Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes Münster und fügte hinzu: „Wir freuen uns, dass wir das in der Form realisieren konnten.“ Wir – das sind der Westfälische Heimatbund, das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld, das Biologische Zentrum Kreis Coesfeld in Lüdinghausen, der Heimatverein Darup sowie die örtliche und regionale Touristik. Ihnen ist es gelungen, mit dem Schulwanderweg in Darup nicht nur ein Projekt mit Pilotcharakter, sondern vor allem ein spannendes, abwechslungsreiches und auch lehrreiches Angebot für Schulen und Familien zu gestalten.

Von Iris Bergmann

Präsentieren den Schulwanderg im Kräutergarten auf dem Alten Hof Schoppmann, dem Startpunkt: (v.l.) Dr. Silke Eilers (Geschäftsführerin Westf. Heimatbund), Peter Michalowski (Heimatverein Darup), Catharina Kähler (Mitarbeiterin Naturschutzzentrum und Autorin des Buches), Dr. Irmtraud Papke (Geschäftsführerin Biologisches Zentrum) und Thomas Zimmermann (Geschäftsführer Naturschutzzentrum und Alter Hof Schoppmann). Es fehlt Sandra Dirks (Umweltpädagogin des Biologischen Zentrums und Autorin des Buches). Foto: Foto: Iris Bergmann

Die „Macher“ haben sich indes nicht damit zufrieden gegeben, einfach eine Wanderroute mit Infotafeln zu erstellen. Hinter dem Schulwanderweg, der am Alten Hof Schoppmann seinen Anfang findet, steckt sehr viel mehr: Da ist zunächst ein Buch mit der Geschichte über „Die kaputte Kuckucksuhr“, in der sich die Protagonisten, die Geschwisterkinder Johann und Greta, mit ihrem Opa auf eine spannende Zeitreise durch Darup machen. Passend dazu gibt es noch die „Kuckuckskarte“, mit der Kinder, Eltern und Lehrer den Weg nicht nur nachwandern können, sondern unterwegs all ihre Sinne auf Empfang stellen müssen, um das Rätsel der Zeitreise zu lösen.

Erfunden haben die Geschichte die Umweltpädagogin Sandra Dirks, Catharina Kähler vom Naturschutzzentrum und Illustrator Lars Baus. Sehr liebevoll, bunt und spannend ist die Geschichte dargestellt, in der die Kinder mit dem Opa durch eine kaputte Kuckucksuhr in die Vergangenheit katapultiert werden. Und nur, wenn sie die fehlenden Teile der Uhr wiederfinden und sie repariert werden kann, können sie wieder in die Gegenwart kommen. „Genau diese Zeitreise machen die Familien oder Schulklassen, wenn sie sich mit der dazugehörigen Karte auf den Weg machen“, erzählt Mit-Autorin Catharina Kähler.

„Es sollte für Kinder erlebnisreich werden“, war der Wunsch der Schulwanderweg-Macher. Sie sollen nicht nur Gemeinschaft, sondern Natur und Kultur mit allen Sinnen erleben. Und auch wenn auf dem Schulwanderweg eine Zeitreise in die Vergangenheit stattfindet, wird dennoch eine neue Technologie genutzt. Denn die elf Stationen sind mit QR-Codes ausgestattet, die mit dem Smartphone eingelesen werden können. So können sich die kleinen und großen Wanderer die jeweiligen Infos anhören. Finanziell gefördert wurde das große Projekt vom LWL, dem NRW-Umweltministerium und der LEADER-Region Baumberge.

Grundsätzlich sei die Nachfrage nach Wanderrouten gestiegen, wusste Dr. Silke Eilers und: „Ich hab die Hoffnung, dass es so bleiben wird.“ So, wie sich der neue Schulwanderweg in Darup präsentiert, dürfte es ein Erfolgsmodell werden. Zugrunde gelegt wurde der etwa sechs Kilometer lange Daruper Rundwanderweg D1, den Peter Michalowski und Richard Hanning vom Heimatverein Darup seinerzeit abgesteckt und ausgeschildert haben. „Diese sechs Kilometer sind zwar schon sportlich“, meinte Dr. Irmtraud Papke, Geschäftsführerin des Biologischen Zentrums des Kreises Coesfeld in Lüdinghausen, das auch die Führungen anbietet, „aber es ist in etwa drei Stunden, also an einem Vormittag, zu schaffen“, ist sie sicher. Außerdem bestehe unterwegs ja die Möglichkeit, an einer der insgesamt elf Stationen auch ein Picknick zu machen oder am Endpunkt am Alten Hof Schoppmann einzukehren. Thomas Zimmermann, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums sowie des Alten Hofes Schoppman in Darup, begrüßt das Projekt: „Es ist ein gutes Angebot um Familien und Kinder zu erreichen und das Hofangebot abzurunden.“

So werden dann zukünftig wohl kleine und große Entdecker mit einer geheimnisvollen Karte auf „Schatzsuche“ in und um Darup unterwegs sein und werden – wie Johann und Greta mit ihrem Opa – nach einem Drachen am Bach oder einem besonderen Fossil Ausschau halten.

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