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Annette von Droste-Hülshoff war erste Patientin des Homöopathen von Bönninghausen

Poetin kam mit Wehwehchen nach Darup

Darup

Jurist, erster Landrat des Kreises Coesfeld, Botaniker und Homöopath. Clemens Maria Franz Freiherr von Bönninghausen war durchaus ein Mann mit vielen Talenten und Fähigkeiten. Bönninghausen wurde 1785 auf Haus Herinkhave bei Tubbergen geboren. 1814 zog er mit seiner ersten Frau, Sophia Freiin von Schade zu Ahausen, nach Haus Darup. Vielen Daruper sollte er bekannt sein. Warum ihn aber mit Sicherheit auch außerhalb des Dorfes der eine oder andere kennt, liegt vielleicht auch daran, dass er die bekannte Poetin Annette von Droste-Hülshoff homöopathisch ab 1828 behandelt hat. Sie war seine erste Patientin. Am Montag jährt sich ihr Geburtstag zum 225. Mal.

Von Franziska Ix

Dem ehemaligen ersten Landrat des Kreises Coesfeld, Clemens Maria Franz Freiherr von Bönninghausen, wurde 2018 in Darup eine Statue gewidmeEr behandelte unter anderem Annette von Droste-Hülshoff. Foto: t. Foto: Archiv

Anfangs war Bönninghausen in Darup als Homöopath tätig, später aber vermehrt in Münster. Doch wie kam es überhaupt zu diesem Kontakt? „Erstmal ist es so, dass Annette schon immer kränklich war. Sie war eine Frühgeburt und dachte das ständige Erkranken sei dem geschuldet. Die Familien der beiden waren verwandt. Als Annette von Bönninghausens Fähigkeiten erfuhr, ließ sie sich von ihm behandeln“, erzählt Axel Köhler, Mitglied der Landpartie in Darup, während er in dem Buch „Bönninghausens Leben – Hahnemanns Lieblingsschüler“ von Freidrich Kottwitz blättert. Dieses berichtet von dem Homöopathen und seiner Geschichte. Zu erwerben ist es beim Kreis Coesfeld. „In dem Buch finden sich auch Ausschnitte von alten Briefen und ein ganzes Kapitel handelt nur von Bönninghausen und Annette.“ Sie stand in gutem Kontakt zu dem Homöopathen. „Sie teilte ihm ihre Symptome immer per Brief mit.“ Es müssen unzählige Briefe gewesen sein, denn sie schrieb jedes Wehwehchen auf. „Sie zog sogar nach Münster, um schneller bei Bönninghausen sein zu können“, meint Köhler.

Obwohl die Poetin ab 1841 in Meersburg am Bodensee bei ihrer Schwester Jenny und ihrem Schwager Freiherr Joseph von Laßberg in der Alten Burg lebte, unterhielt sie ihren Homöopath über ihren Gesundheitszustand. Zwei Jahre vor ihrem Tod im Jahr 1848 teilte sie Bönninghausen mit, dass sie Blut „speien“ würde. Vermutlich litt sie unter Tuberkulose. „Auf jeden Fall hatte sie eine schwere Krankheit.“

Die Poetin war bereits vor Bönninghausen in Behandlung. Von Schwindel und Übelkeit, über Ohrenschmerzen bis hin zu einem Knoten in der Brust war alles dabei. Bei vorherigen Ärzten hat sie keine großen Verbesserungen gesehen.

Das ging damals vielen Patienten so. Sie kamen zu Bönninghausen, weil die pflanzlichen Medikamente und Behandlungen der Homöopathie für sie besser funktionierten. Bönninghausen hat die Behandlungen in 18 Bänden festgehalten. „Er bekam Ärger von der Ärztekammer. Er war Jurist und kein gelernter Mediziner. Er hat alles selber erlernt“, berichtet Köhler. Eine beeindruckende Persönlichkeit sei Bönninghausen gewesen. Denn nicht nur als Homöopath habe er sich alles selber erarbeitet, auch in dem Bereich der Botanik. „Er war ein sehr schlauer Mann.“

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