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Unfall mit Gefahrgut-Lastwagen auf der A31/ Vollalarm für Feuerwehr / Zwölfeinhalb Stunden im Einsatz

200 Liter Natronlauge ausgelaufen

Gescher (mr). Nachdem am Freitagmorgen gegen 6.30 Uhr auf der Autobahn 31 ein Lastwagen umgekippt ist, war die Fahrtrichtung Oberhausen zwischen den Anschlussstellen Gescher/Coesfeld und Borken den ganzen Tag lang gesperrt, wie die Polizei Münster mitteilte. Aus bislang unbekannter Ursache verlor der Fahrer, der bei dem Unfall unverletzt blieb, die Kontrolle über seinen Mercedes Benz. Der Wagen prallte gegen die Mittelschutzplanke und stürzte auf die Seite. Ein Teil der geladenen Natronlauge, etwa 200 Liter, lief auf die Straße. Für das Abpumpen des restlichen Gefahrguts (immerhin noch 23 Tonnen), die Bergung des Lkw und Reinigung der Fahrbahn war die Autobahn in dem Bereich nicht passierbar. Auch die Feuerwehr Gescher war stundenlang im Einsatz.

Manuela Reher

Noch ist nicht klar, warum der Gefahrguttransporter umgestürzt ist. Foto: az

Die Feuerwehr Gescher war mit dem Stichwort „Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person“ mit Hinweis, dass ein Gefahrgutfahrzeug beteiligt ist, alarmiert worden.

Wie Ralf Beuker, Pressesprecher der Feuerwehr Gescher, mitteilte, war der Lkw-Fahrer an der Einsatzstelle bereits aus dem Fahrzeug befreit worden. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Bei dem verunfallten Fahrzeug handelte es sich um ein Gefahrgutfahrzeug, das 24 Tonnen 50-prozentiger Natronlauge geladen hatte. Aus dem Siloauflieger konnte ein Stoffaustritt festgestellt werden, so Beuker. Daraufhin sei sofort das Stichwort auf „Gefahrgut-Vollalarm“ erhöht worden.

Neben weiteren Kräften aus Gescher wurde der ABC-Zug des Kreises Borken (bestehend aus dem Gefahrstoffzug aus Borken, Raesfeld und Bocholt), der Einsatzleitwagen (ELW) 2 und die Informations- und Kommunikationsgruppe des Kreises Borken sowie ein Tanklöschfahrzeug aus Velen alarmiert. Zudem wurde über das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS) Kontakt mit Fachberatern aufgenommen. Für den Grundschutz in Gescher für eventuelle weitere Einsätze wurden Einsatzkräfte aus Hochmoor in Gescher in Bereitschaft stationiert.

Der Stoffaustritt wurde mit Chemikalienbinder zunächst gebunden. Der auslaufende Stoff konnte zudem unter besonderer Chemikalienschutzkleidung eingedeicht und die Leckagen aufgefangen werden, so dass eine weitere Ausbreitung verhindert werden konnte, erläuterte Beuker. Im Anschluss musste der Tankauflieger von einer Spezialfirma in ein Ersatzfahrzeug umgepumpt werden. Zeitgleich wurde für die anschließende Bergung des verunfallten Fahrzeuges der Kraftstofftank abgepumpt, um ein unkontrolliertes Auslaufen bei der Aufrichtung zu verhindern. Anschließend wurde das Fahrzeug durch ein Bergungsunternehmen wieder aufgerichtet und Reststoff aus den Tanks abgepumpt. Nach der Bergung des Fahrzeuges wurde auch noch ein Teil der verunreinigten Bankette abgebaggert. Die Feuerwehr Gescher war zwölfeinhalb Stunden im Einsatz, an dem 70 Kräfte beteiligt waren. Die Leitung des Einsatzes lag in den Händen von Stadtbrandinspektor Christian Nolte.

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