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Theater- und Konzertsaal ist noch viele Monate Großbaustelle

Auch hinter den Kulissen alles neu

Gescher

Beschwingte Radiotöne schallen durch den Raum. „Das erste Konzert läuft schon“, schmunzelt Bürgermeisterin Anne Kortüm beim Gang durch den Theater- und Konzertsaal am Borkener Damm, wo Maurer im Bühnenbereich zugange sind. Seit Februar ist hier Großbaustelle: Bis Ende 2022 soll aus dem alten Saal, in dem die Gescheraner und auswärtige Besucher seit Mitte der 70er Jahre ungezählte Events erlebt haben, ein multifunktionales Veranstaltungszentrum werden. 4,5 Millionen Euro werden hier verbaut, davon 2,65 Millionen Euro als Fördermittel aus dem Topf „Soziale Integration im Quartier“. Klaus Schnieder, Leiter des Gebäudemanagements bei der Stadt Gescher, geht davon aus, dass Kosten- und Zeitrahmen eingehalten werden können. Auch wenn es aktuell wegen Corona schwierig sei, Handwerker und Firmen zu bekommen.

Von Jürgen Schroer

Freuen sich auf die vielen Möglichkeiten, die der umgebaute Theater- und Konzertsaal demnächst bieten wird (v.l.): Sebastian Brandherm (Gesamtschule), Klaus Vöcker (Stadt Gescher), Bürgermeisterin Anne Kortüm und Klaus Schnieder (Leiter Gebäudemanagement). Foto: Fotos: Jürgen Schroer

Kleiner als gewohnt wirkt der Saal seit der Entkernung: Teppichboden, Decke und Wandverkleidung sind raus, alle technischen Anlagen sind abgebaut, der Blick fällt auf nackten Beton. Kahl wirkt auch der Bühnenbereich ohne Scheinwerfer und die übliche Technik. Im Rampenlicht stehen nicht Musiker oder Tänzer, sondern Handwerker: Sie schaffen im ehemaligen Orchestergraben Durchbrüche zu den künftigen Lagerräumen. Das wird nämlich ein Clou: Vor der Hauptbühne entsteht eine Hubbühne, die einen Zugang zum Untergeschoss bietet und zum Beispiel den Transport der Bestuhlung ermöglicht. Gleichzeitig kann dieses Podest bei passenden Veranstaltungen als Vorbühne genutzt werden. „Ganz klar ein Mehrwert“, findet Schnieder.

Begleitet wird das Millionen-Projekt von den Büros Theapro GmbH (München) und Meyer Architekten GmbH (Düsseldorf), die eine Arbeitsgemeinschaft gebildet haben. Und es geht um beachtliche Volumina: Rund 7100 Kubikmeter Raum werden bearbeitet, die Nutzfläche des Theatersaales inklusive Backstagebereich umfasst etwa 1500 Quadratmeter. Denn auch buchstäblich „hinter den Kulissen“ ist viel zu tun, alle Räume einschließlich der sanitären Anlagen sind marode und werden komplett erneuert. „Da werden sich die Künstler, die hier auftreten, künftig wieder wohlfühlen“, ist Anne Kortüm überzeugt. Auch im Saal wird vieles besser, beispielsweise durch optimierte Lüftung: „Der Technikraum im Untergeschoss wird viermal so groß wie vorher“, verdeutlicht Schnieder. Bei der ohnehin guten Akustik im Saal sei ein weiterer Sprung nach vorne zu erwarten.

Schon jetzt ist die Vorfreude auf den teilbaren Saal groß. „Unser Ziel ist ein tolles Kulturprogramm mit vielen Veranstaltungen“, so Kortüm. Zusätzliche Angebote für die Jugend, vielleicht ein kommunales Kino, Kongresse von Unternehmen, vieles sei vorstellbar. Und auch die Gesamtschule, so Sebastian Brandherm, Abteilungsleiter der Oberstufe, werde den Saal nach der Fertigstellung „verstärkt bespielen“.

Nicht im Budget enthalten ist eine neue Bestuhlung. Die sei aber sinnvoll und wünschenswert, so Bürgemeisterin Anne Kortüm. Sie hoffe auf Unterstützung durch Sponsoren und denke über ein Projekt „Stuhlpatenschaften“ nach.

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