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Auf 50 Kilometern allerhand erlebt

Gescher

Sieben Stationen konnten auf der 9. Glockenstadttour am Sonntag angesteuert werden auf einer Gesamtstrecke von 50 Kilometern. Und das bei bestem Spätsommerwetter! „Wir holen uns erst mal den Plan und schauen uns an, was uns interessiert“, begründete Dauergast Alexander Nordkamp aus Stadtlohn seinen Start beim Stadtmarketing.

Von Elvira Meisel-Kemper

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„Coronabedingt haben wir auf Indoor-Angebote weitgehend verzichtet. Das ist auch der Grund, warum die EGW in Estern in diesem Jahr nicht teilnimmt“, erläuterte Birgit Meyer (Stadtmarketing) das veränderte Angebot. Neu dabei war die Montagsfahrer-Gruppe aus Gescher, die an der Schutzhütte Estern („Bittners Hüsken“) Kaltgetränke anbot.

Völlig überrumpelt von rund 500 Besuchern wurden die Helfer am Heimathaus in Hochmoor. „So viele Pedalritter und Naturliebhaber waren es noch nie. Da war dann auch der Ofen mit dem frischen Brot von Ofenmeister Boris Schulz überfordert“, freute sich Reinhold Gertz, Vorsitzender des Heimatvereins Hochmoor.

Auch Mia´s Backhaus in Büren und Sickings Hof in Estern wurden buchstäblich überflutet von Besuchern. Am Backhaus präsentierte sich Henrik Hertog mit seinem Unternehmen. Zusammen mit seiner Partnerin Vanessa Elsing schwang er den Hammer und verdeutlichte seine Treffsicherheit im Zimmereihandwerk. Auch die Landwirtschaft kam zu Wort mit der hölzernen Melkkuh und dem Wurst-Angebot der hofeigenen Zucht von Landschweinen. „Das ist eine Duroc-Kreuzung. Davon haben wir mittlerweile 40 Schweine“, erklärte Jan-Gerd Bienas. Begeistert war auch Christian Rösgen aus Gescher, der sich mit seiner Familie im Bauernhofcafé von Mia´s Backhhaus stärkte: „Das ist unsere dritte und letzte Station. Alle haben sich sehr große Mühe gegeben.“

Ebenso großer Andrang herrschte auf Sickings Hof, auf dem zwei Glocken zu entdecken waren und das neue Angebot der Münsterländer Helferherzen für krebskranke Frauen. Claudia Sicking, Monika Lieneweg und zwei weitere Frauen nähten erst Stoffmasken am Beginn der Pandemie. „Als die Stoffmasken nicht mehr getragen werden durften, kamen wir auf diese Idee. Wir verschenken selbstgenähte Trostbärchen oder Herzen über Facebook an krebskranke Frauen. Wir haben sie auch schon nach Ahrweiler ins Flutgebiet geschickt“, erklärte Claudia Sicking. Ihr Mann Heinrich hat ein anderes Hobby, das sichtbar und laut tönend an ihrem Wohnhaus steht. Seit 34 Jahren arbeitet er als Ziseleur in der Glockengießerei in Gescher. 1990 wurde dort eine herrenlose Glocke aus dem Jahr 1947 gefunden, die er für 1500 Euro kaufte. Er baute dazu einen Glockenstuhl und lässt die Glocke seitdem, mit Erlaubnis der Nachbarn, jeden Tag um 12 Uhr und um 19 Uhr läuten. „Die Glocke hat ein Eigengewicht von 400 Kilogramm. Läutet sie, hat sie eine Fliehkraft von 1200 bis 1400 Kilogramm“, erklärte Sicking den fragenden Besuchern. Familie Thien aus Gescher fuhr gezielt hierher. Tochter Marias (6) Kommentar war eindeutig: „Cool! Aber echt laut!“

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