Claudia Benson hat mitten in der Corona-Pandemie die Ferienpension „Die kleine Auszeit“ eröffnet

Behaglichkeit wie zu Hause spüren

Gescher. Seit Anfang November 2020 haben die Hotels und Pensionen für Touristen geschlossen. Und auch davor war die Hotellerie und Gastronomie stark durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt. Das hat Claudia Benson nicht davon abgehalten, im September des vergangenen Jahres eine kleine Ferienpension in ihrem Wohnhaus am Westfalenring einzurichten.

Manuela Reher

Im Galeriezimmer können die Gäste in der Pension „Die kleine Auszeit“ gemütlich frühstücken. Claudia Benson bereitet ein Frühstück mit selbstgemachter Marmelade und frisch gebackenem Brot vor. Foto: az

Die Gescheranerin räumt ein: „Anfangs waren unsere Freunde ein wenig skeptisch, dass ich mit meinem Vorhaben mitten in der Corona-Pandemie Erfolg haben könnte.“ Aber bereits in den ersten Wochen sei die Vermietung gut gelaufen.

„Die kleine Auszeit“ hat Claudia Benson ihre kleine Pension genannt. Es handelt sich um ein gepflegtes Doppelzimmer, das sie liebevoll unterm Dach eingerichtet hat. „Die Gäste sollen sich genauso behaglich wie zu Hause fühlen“, beschreibt Claudia Benson ihren Anspruch.

Ihr Mann und sie seien in der Vergangenheit oft mit dem Fahrrad auf Tour gewesen und hätten es selbst immer sehr geschätzt, in einer familiär geführten Ferienpension zu übernachten. „Wir haben einen Blick dafür, was ein Gast benötigt“, sagt Claudia Benson, die beruflich in Teilzeit in einer ganz anderen Branche tätig ist. In der „Kleinen Auszeit“ am Westfalenring können die Gäste direkt neben dem Schlafraum auf der Galerie frühstücken. „Die Marmelade ist hausgemacht. Die ofenfrischen Brötchen und das Brot backe ich selbst“, sagt Claudia Benson. „Wer es lieber herzhaft mag, greift zur Brotzeit-Platte mit Aufschnitt vom Metzger aus dem Ort und selbst hergestellten Brotaufstrichen“, fügt sie hinzu. Für das Frühstück verwendet die Gescheranerin keine Einwegprodukte oder Verpackungen. „Das ist mir sehr wichtig“, sagt sie. Denn auch das gehöre zum Konzept, das sie selbst auch privat konsequent verfolge.

Obwohl immer noch das sogenannte Beherbergungsverbot gelte, habe sie schon mehrere Gäste gehabt, für die allerdings allesamt dieses Verbot nicht gültig gewesen sei. Kunden von großen Unternehmen in Gescher haben inzwischen in der „Kleinen Auszeit“ übernachtet. Auch einen Langzeitgast aus Hamburg habe sie beherbergt, der zur Einarbeitung in einem Betrieb in Gescher vor Ort war. Gern erinnert sie sich auch an eine Schauspielerin aus Berlin, die für einen Videodreh ins Münsterland gereist war. Ebenfalls hatte Claudia Benson in ihrer Ferienpension einen Arzt zu Gast, der seine Rufbereitsschaft sicherstellen wollte.

„Ich liebe die Abwechslung“, sagt Claudia Benson zu ihrer neuen Aufgabe als Pensionswirtin. Sie sei dennoch froh, dass sie nicht von den Einkünften der „Kleinen Auszeit“ leben müsse. „Ich muss damit nicht mein Brot verdienen“, fügt sie hinzu.

Damit die Gäste ihre „Kleine Auszeit“ auch finden, hat sich Claudia Benson dafür entschieden, sich an großen Buchungsportalen zu beteiligen. „Über die tollen Bewertungen der Gäste dort freue ich mich sehr“, sagt die Gescheranerin. Aber natürlich sei sie auch dankbar, dass das Stadtmarketing Gescher auf ihre Pension hinweist.

Inzwischen hat der Freundeskreis von Claudia Benson bemerkt, dass ihre Pension trotz Corona gut läuft. „Meine Freunde freuen sich jetzt sehr mit mir“, schmunzelt sie. Gleichzeitig ist die Gescheranerin gespannt darauf, wie sich die Zeit nach der Corona-Pandemie entwickeln wird und welche Gäste dann bei ihr einkehren werden. Ganz nebenbei wird sie dann wieder dafür sorgen, dass die Gäste die Glockenstadt in schöner Erinnerung behalten werden.

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