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Glockenstadt erhält Auszeichnung als „fußgänger- und fahrradfreundliche Kommune“

Berkel-Bed-Box begeistert Minister

Gescher

Dass Gescher nahmobilitätsfreundlich ist, steht außer Frage. Seit gestern ist das offiziell bestätigt: Per Unterschrift von NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer ist Gescher in die „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen“ (AGFS) aufgenommen worden. „Darauf sind wir sehr stolz“, stellte Bürgermeisterin Anne Kortüm in der Feierstunde im Rathaus fest. Der Minister, der sich auch in das Goldene Buch der Stadt eintrug, lobte einige Besonderheiten, die Gescher zu bieten habe, und zeigte sich begeistert von der Berkel-Bed-Box: Einen solchen Fahrrad-Caravan sehe er zum ersten Mal, das sei ein faszinierender Beitrag zum Thema Nahmobilität.

Von Jürgen Schroer

Schilder und Urkunde belegen die Mitgliedschaft der Stadt Gescher in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte. Im Bild (v.l.): Bürgermeisterin Anne Kortüm, Erste Beigeordnete Kerstin Uphues, AGFS-Vorstand Christine Fuchs und Minister Oliver Krischer. Foto: Fotos: js

Gescher ist das 97. Mitglied der AGFS und hat sich in einem Bewerbungsverfahren mit zwei Bereisungen dafür qualifiziert. „Dazu muss man einige Hürden überspringen“, sagte AGFS-Vorstand Christine Fuchs. Beim Rundgang seien bewusst auch Ecken abgelaufen worden, wo es noch nicht so stimmt, erinnerte Kortüm. Von den umgesetzten Maßnahmen habe auch einiges für Heiterkeit gesorgt, etwa die erhöhten Poller, die der besseren Sichtbarkeit für Radfahrergruppen dienen. Mobilität bleibe ein zentrales Thema – die Stadt Gescher sei froh, durch die AGFS-Mitgliedschaft auf einen reichen Schatz an Informationen zurückgreifen und neue Fördermöglichkeiten nutzen zu können.

Die Aufnahme einer Stadt in die AGFS zähle zu den angenehmen Aufgaben eines Verkehrsministers, so Krischer. Gescher bringe dafür beste Voraussetzungen mit und bekomme das Prädikat nahmobilitätsfreundlich zurecht. Etwa ein Drittel des Verkehrs innerhalb von Gescher werde über den Radverkehr abgewickelt – das sei immens, lobte er. Ein Alleinstellungsmerkmal sei auch besagte Berkel-Bed-Box. Lobenswerte Punkte seien außerdem die vielen Pättkes, die es hier gebe, der Einsatz eines Pedelec-Simulators durch die Polizei bei Bürgerveranstaltungen oder die Verwendung eines Spezialhobels beim Bauhof, mit dem wassergebundene Decken auf Fahrradwegen geglättet würden. Auch das „Wartezimmer-TV“, mit dem die Stadtverwaltung demnächst über Mobilität und Sicherheitsaspekte aufklären will, fand den Beifall des NRW-Verkehrsministers.

Auch wenn es wie überall noch Luft nach oben gebe: All das zeige, wie engagiert man in Gescher unterwegs sei, um die Stadt fußgänger- und fahrradfreundlicher zu machen. Krischer lud die Stadt Gescher ein, sich im Kreis der 97 AGFS-Kommunen auszutauschen und aktiv dabei zu sein. Das Land NRW stehe hier allen Beteiligten zur Seite und halte am erklärten Ziel fest, 1000 Kilometer neue Radwege bis 2027 zu schaffen.

Namens der AGFS gratulierte Christine Fuchs der Stadt zur Auszeichnung. „Wir sind eine starke Gemeinschaft und helfen uns gegenseitig“, sagte sie. Die AGFS verstehe sich als Bindeglied zwischen Kommunen und Land und sei „die Fachkompetenz der Nahmobilität in NRW“. Ideen, die in Gescher noch „gespielt“ werden könnten, seien mehr Tempo-30-Zonen und Fahrradstraßen. „Wir bleiben am Ball“, versicherte Kortüm. Schließlich sei die AGFS-Mitgliedschaft befristet und komme nach sieben Jahren wieder auf den Prüfstand.

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