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Gebäude- und Energiebericht für die Jahre 2011 bis 2020 mit Licht und Schatten

CO2-Ausstoß um 21 Prozent gesenkt

Gescher

Licht und Schatten weist der Gebäude- und Energiebericht der Stadt Gescher für die Jahre 2011 bis 2020 aus. „Die jährliche CO2-Bilanz konnte in diesem Zeitraum um 21 Prozent verbessert werden“, berichtete Klaus Schnieder, Leiter des Gebäudemanagements, im Ausschuss für Infrastruktur, Landwirtschaft und Umwelt (ILU). Allerdings seien die Zahlen 2020 durch die pandemiebedingten Lockdown-Phasen nur bedingt vergleichbar. Auf der anderen Seite gab es bei einzelnen Gebäuden bei den Verbrauchswerten auch Ausreißer nach oben, die nicht immer erklärbar seien.

Von Jürgen Schroer

Seit den jüngsten Sanierungsmaßnahmen liegt der Jahresverbrauch für Gas und Strom im Rathaus wieder im grünen Bereich. Foto: Foto: Archiv

Beim Rathaus sind die Verbrauchswerte für Gas und Strom in den Jahren 2017 bis 2019 nach oben gegangen. Grund: Die Steuerung der Heizung und die Lüftung waren defekt. Seit 2020, nach erfolgter Sanierung, liegen die Werte wieder auf einem guten Niveau.

Bei den Schulen, so Schnieder, sei der Wärmeenergieverbrauch im vergangenen Jahr wegen des veränderten Lüftungsverhaltens (Corona) um 25 bis 40 Prozent gestiegen. An der Pankratius-Schule sei nach erfolgtem Umbau als Zwischenlösung ein Gasbrennwertgerät eingesetzt worden. Die Beleuchtung sei hier vollständig auf LED-Technik umgestellt worden. Die Grundschule in Hochmoor weiche beim Gasverbrauch am deutlichsten von den Referenzwerten ab. Für das Hauptgebäude der Gesamtschule sei nach der Fassadenrenovierung ein erheblich geringerer Heizbedarf festzustellen, so Schnieder.

Bei den Museen sei aufgrund der Gebäudestrukturen ein Vergleich mit Referenzwerten nur schwer möglich. Hier lasse sich aber der CO2-Ausstoß durch die zukünftige Anbindung an die Nahwärmeversorgung „erheblich reduzieren“. Das Heimathaus in Hochmoor weise wegen seiner kompakten Ausmaße gute Verbrauchswerte auf.

Vergleichsdweise hoch ist der Strom- und Gasverbrauch in den Sporthallen. Einzige Ausnahme: Nur die neue Turnhalle an der Von-Galen-Schule überschreitet nicht die Kennwerte. Warum die sanierte Halle in Hochmoor die Richtwerte in den Jahren 2017 und 2018 um mehr als das Doppelte überschritten habe, lasse sich im Nachhinein nicht mehr klären. Bei Feuerwehr und Rettungswache seien die Richtwerte nicht mit der Ist-Situation in Gescher vergleichbar, da die starke Ausnutzung einer zu kleinen Fläche zwangsläufig zu höheren Verbräuchen führe. Schnieders Fazit: Zumindest mit den Gebäuden, die in jüngster Vergangenheit „angepackt“ worden seien, sei die Stadt gut aufgestellt.

Der ILU-Ausschuss wertete den vorgelegten Bericht als gutes Instrument, vermisste aber grafische Aufbereitungen, detaillierte Erläuterungen zu Abweichungen und Handlungsempfehlungen. Dazu, so Schnieder, bedürfe es zusätzlicher personeller Ressourcen und/oder eines automatisierten Energiemanagementsystems.

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