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Corinna Assing ist neue Ansprechpartnerin der Evangelischen Jugendhilfe für Bereitschaftspflegefamilien

„Der Bedarf ist sehr hoch“

Gescher

Wann immer und aus welchen Gründen auch immer Kinder nicht mehr in ihren Herkunftsfamilien leben können, sorgt die Evangelische Jugendhilfe dafür, dass sie ein neues Zuhause auf Zeit finden.

Von Manuela Reher

Die Evangelische Jugendhilfe sucht Menschen, die Kindern ein Zuhause geben oder eine gewisse Zeit in ihrem Leben begleiten. Foto: Foto: pexels

Diesen Prozess begleitet ab sofort Corinna Assing als zusätzliche Fachkraft des Teams. Die 23-Jährige, die kurz vor ihrem Bachelor-Abschluss als Sozialarbeiterin steht, ist neu bei der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland in der Region Gescher/Borken. Die Erzieherin hat zuvor lange in einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche gearbeitet und danach ein Studium an der Katholischen Hochschule in Münster aufgenommen.

Die Gründe dafür, dass Kinder für einen bestimmten Zeitraum nicht in ihren Herkunftsfamilien leben können, seien vielfältig, sagt sie. Sie sorge dafür, dass die Kinder im Alter von null bis zehn Jahren eine geeignete Bereitschaftspflegefamilie finden.

Die Erfahrungen der Kinder und deren körperliche und seelische Entwicklung würden verschiedene Formen von Bereitschaftspflegefamilien notwendig machen. Diese haben zuvor eine Prüfung in einem Zeitraum von zwei Monaten durchlaufen, bei der auch die Besonderheiten der Familie eine Rolle spielen würden. Immer wieder stünden auch Gesprächstermine mit diesen Familien an.

„Wir reden über die Motivation der Familien, ein Kind auf Zeit bei sich aufnehmen zu wollen. Auch über die Wünsche der Familie sprechen wir ganz offen und transparent“, sagt Corinna Assing. Denn es komme darauf an, dass sich sowohl das Kind als auch die Pflegefamilie wohl fühlen würden. Nicht jede Pflegefamilie passe zu jedem Kind.

Corinna Assing betont: „Wir suchen Menschen, die Kindern eine gewisse Zeit in ihrem Leben begleiten. Wir bereiten Familien, Lebensgemeinschaften und Einzelpersonen auf ihre Aufgabe vor und bieten ihnen Beratung und Begleitung.“

Die Evangelische Jugendhilfe würde auf Anfragen des Jugendamtes reagieren und könne aus einem Pool die geeignete Familie für das Bereitschaftspflegekind auswählen. „Zehn bis 15 solcher Anrufe erhalten wir pro Woche. Der Bedarf ist sehr hoch“, sagt Corinna Assing.

In Bereitschaftspflegefamilien würden vor allem Kinder im Alter von null bis zehn Jahren vermittelt. Die Bereitschaftspflegfamilie wird engmaschig durch die Evangelische Jugendhilfe Münsterland begleitet. Dabei gehe es auch um Themen wie emotionale Bindungen, Traumata oder Besuchskontakte zu den leiblichen Eltern.

In Zusammenarbeit mit allen Beteiligten werde für das Kind eine dauerhafte Lebensperspektive erarbeitet, erläutert Corinna Assing. Die Dauer des Prozesses könne von einigen Tagen bis hin zu mehreren Monaten variieren. Für die Kinder sei der Aufenthalt bei der Bereitschaftspflegefamilie eine Möglichkeit, Ruhe zu finden und Entwicklung nachholen zu können.

Die Bereitschaftspflegefamilie stärke und begleite das Kind in der schwierigen Lebenslage. „Durch diese umfängliche Unterstützung können die Kinder gestärkt in die neue Lebensperspektive gehen“, betont Corinna Assing.

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