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Klimaschutzpreis 2020 geht an Naturschutzverein, kostBAR unverpackt und Gesamtschule

„Echte Mutmacher“ belohnt

Gescher

Als „echte Mutmacher“ bezeichnete Bürgermeisterin Anne Kortüm die Projekte, die von der Westenergie AG mit dem Klimaschutzpreis 2020 und insgesamt 1000 Euro Preisgeld ausgezeichnet worden sind. Gestern fand in einer Feierstunde im Rathaus die Urkundenübergabe statt. Der erste Preis ging dabei an den Naturschutz- und Förderverein Gescher/Hochmoor, unter anderem für sein nachhaltiges Engagement in der Fürstenkuhle. Weitere Preisträger sind die kostBAR unverpackt GmbH und die Gesamtschule Gescher. Alle örtlichen Preisträger, stellte Westenergie-Kommunalmanagerin Monika Schürmann fest, gingen in Sachen Umwelt- und Klimaschutz mit gutem Beispiel voran.

Von Jürgen Schroer

Gestern Vormittag wurde im Rathaus Gescher der Klimaschutzpreis 2020 vergeben. Im Bild (hinten v.l.): Monika Schürmann (Kommunalmanagerin Westenergie), Andrea Ebbeken-Vornholt, Johannes Buckting und Bernhard Manemann-Kallabis (alle Gesamtschule), Henrik und Sabrina Dankelmann (kostBAR unverpackt), Matthias Homann und Anne Trepmann (Naturschutz- und Förderverein), Bürgermeisterin Anne Kortüm, unten (v.l.) die Gesamtschüler Finnja Göppert, Marcel Engbers und Madita Göppert. Foto: Fotos: Jürgen Schroer

„Wir sind spät dran“, bekannte Kortüm. Das bezog sich auf die Preisverleihung, die wegen Corona mehrfach verschoben werden musste und einen größeren Rahmen verdient hätte. Das gelte aber auch für globale und lokale Maßnahmen zur Herbeiführung der Klimawende. Parallel zur Pandemie habe sich die menschengemachte Klimakrise bedrohlich verschärft. In diesem Umfeld zeigten die Projekte der Preisträger, wie eine Verbesserung ungünstiger Umweltbedingungen gelingen könne. Kortüm und Schürmann skizzierten, was die Preisträger geleistet haben.

Der Naturschutz- und Förderverein Gescher/Hochmoor erhält den 1. Preis für seinen Einsatz in der Fürstenkuhle. Dort haben die Mitglieder mit Spaten und Motorsägen den aufkommenden Gehölzwuchs auf den Feuchtwiesen entfernt und bei der Anlage eines Gewässers für den seltenen Moorfrosch geholfen. Auch für die Schaffung naturnaher Gärten als „grüne Inseln“ setzt sich der Verein ein.

Die kostBAR unverpackt GmbH verkauft verpackungsfreie, biologische und regionale Lebensmittel und sorgt so für einen nachhaltigen und bewussten Konsum. Das Engagement von Geschäftsführerin Sabrina Dankelmann sei aber noch viel breiter, sagte Kortüm und verwies auf ihr Workshop-Angebot, alles nach dem Grundsatz: „Begeistern statt zu missionieren“.

Die Gesamtschule führte Schülerworkshops zum Thema Klimaschutz und Energiewende durch und hat ein pädagogisches Konzept zur Umweltschutzerziehung und ökologischen Bewusstseinsbildung erarbeitet. Dafür gab es den 3. Preis.

Die Stadt Gescher habe ihr Klimaschutzkonzept bereits 2019 beschlossen, bewege sich aber „zu träge“ auf die verankerten Ziele zu, schlug die Bürgermeisterin auch kritische Töne an. Sie freue sich jedoch, dass die Stadt bei der Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen bald auf die qualifizierte Hilfe des Klimaschutzmanagers zählen könne. Christian Fleer werde seine Tätigkeit am 1. September aufnehmen. „Mit ihm können wir unsere Ziele endlich strukturiert angehen“, freute sich Kortüm. Dann verfüge die Stadt über die nötige Manpower, um ihre Bürgerinnen und Bürger in allen Altersklassen zu informieren und zu klimaschützendem Verhalten zu motivieren.

„Weitermachen“, lautete der Appell von Kortüm und Schürmann an alle Beteiligten. Auch 2021 wird der Klimaschutzpreis wieder ausgeschrieben – Bewerbungen sollten bis zu den Herbstferien im Rathaus vorliegen.

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