Nach dem Teil-Lockdown in der Corona-Pandemie

Gastwirte zeigen zumeist Verständnis

Gescher. Kurz vor der Schließung der gastronomischen Betriebe haben auch die Glockenstädter nochmal die Gelegenheit genutzt, sich am vergangenen Wochenende in den Lokalen zu einem gemeinsamen Essen zu treffen.

Manuela Reher

Bis Ende November müssen alle gastronomischen Betriebe, wie hier das Hotel zur Krone in der Hauptstraße, wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Foto: Manuela Reher

Die Gäste seien zahlreich erschienen, bestätigt Hubertus Grimmelt vom Hotel zur Krone. „Wir hatten jede Menge zu tun“, fügt er hinzu. Denn bis Ende November muss er seine Gastwirtschaft wie auch alle anderen Inhaber gastronomischer Betriebe wegen des von der Bundesregierung verfügten Teil-Lockdowns geschlossen halten. „Das ist weder für uns noch für unsere Gäste gut, die gerne bei uns einkehren“, sagt Grimmelt.

Aber er habe Verständnis für diese Maßnahme angesichts des sich dramatisch entwickelnden Infektionsgeschehens in der Corona-Pandemie. In dieser Phase sei das wohl die beste Lösung. „Gut ist, dass Kitas und Schulen weiterhin geöffnet bleiben“, betont Grimmelt. Das sei wichtig für das Wohl der Kinder. Die Regierung habe für den Teil-Lockdown den Freizeitbereich ausgewählt, der nun eingeschränkt werde. Beim ersten Lockdown im Frühjahr, als das Hotel zur Krone 56 Tage lang geschlossen bleiben musste, habe es keine finanzielle Hilfe vom Staat gegeben. Das würde nun im November anders aussehen. „Wir kommen damit klar“, sagt Grimmelt.

Ab Samstag werde wieder ein Außer-Haus-Verkauf von Speisen, ein sogenanntes heißes Fenster, eingerichtet. Aber auch wenn die Lokale am 1. Dezember wieder öffnen dürften, sei er für eine Zukunft unter Corona-Bedingungen gut aufgestellt. Das Hygienekonzept habe sich bei Gästen und Personal eingespielt und bewährt; außerdem habe er in jedem Raum Luftfilter eingebaut.

Skender Hadraj, der die Pizzeria Ciao Ciao sowie das Ristorante Gallo und das Restaurant Il Gallo betreibt, räumt ein, dass der Zeitpunkt des Teil-Lockdowns denkbar ungelegen komme. „Das ist jetzt die beste Zeit des Jahres für die Gastronomie“, sagt der Gastwirt mit Blick darauf, dass viele Gäste im November und Dezember häufiger als sonst einkehren würden. „Das ist eine schwierige Situation“, kommentiert er. Dennoch habe auch er die Gefahr der Infektion fest im Blick. „Das ist keine normale Grippe. Wir müssen weiterhin sehr vorsichtig sein.“ Hadraj weist darauf hin, dass sein Team seinen Kunden weiterhin treu bleiben werde. Die Pizzeria biete Pizza und Pasta zum Mitnehmen an – wie bereits beim ersten Lockdown praktiziert.

Michael Kösters vom Hotel Tenbrock hat noch am vergangenen Wochenende zahlreiche Gäste in seinem Restaurant 1805 bewirtet. Er habe sich sehr darüber gefreut, dass die Gäste Mitgefühl für die Gastronomie geäußert hätten. Aber auch die Gäste selbst seien traurig gewesen, dass sie nun mindestens bis Ende November nicht mehr in sein Lokal einkehren dürfen. „Normalerweise ist unser Reservierungsbuch für November und Dezember voll“, sagt Kösters.

Doch diesmal habe er bereits vielen Gästen absagen müssen, vorerst nur für den November. Kösters hätte einen kompletten Lockdown für besser gehalten, um die Infektionsdynamik zu stoppen. Dieser Lockdown hätte seiner Meinung nach viel früher erfolgen müssen.

Aktuell sei für ihn die Lage besonders bitter, weil er große Investitionen getätigt habe, um die Fassade und das Dach des Hotel-Restaurants zu renovieren. Derzeit ist das Haus eingerüstet.

Klaus Döring vom Musikcafé „Zur Kanne“ hat an die Tür seines Lokals ein Plakat mit dem Hinweis geheftet, dass er den Betrieb vorübergehend einstellen muss. Das Zur-Kanne-Team hoffe, damit einen Beitrag zu leisten, das Virus zu bekämpfen. Eindringlich bittet auch Klaus Döring seine Gäste, sich an die Vorschriften der Corona-Schutzverordnung zu halten.

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