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Bäume im Stadtgebiet sollen geschützt werden

Geeignetes Instrument gesucht

Gescher

Die Bäume in der Stadt Gescher sollen geschützt werden. Darüber waren sich alle Fraktionen im Ausschuss für Stadtentwicklung, Infrastruktur und Umwelt einig. Doch die Beratung darüber, wie dieses Ziel erreicht werden kann, machte deutlich, dass es durchaus unterschiedliche Positionen gibt.

Von Manuela Reher

In der Glockenstadt Gescher sollen die Bäume geschützt werden. Verwaltung und Politik sind auf der Suche nach einem geeigneten Instrument. Foto: Foto: Manuela Reher

Nach lebhafter Diskussion brachte Klaus Schonnebeck (SPD) die Idee auf den Tisch, einen Arbeitskreis aus Vertretern der Stadtverwaltung und Fraktionen zu bilden, der ein geeignetes Instrument für den Schutz der Bäume in Gescher finden soll. Das soll nun Thema in der nächsten Ratssitzung am 30. Juni werden.

Stephan Pierk (Grüne) zog den Antrag seiner Fraktion, eine Baumschutzsatzung nach der Mustersatzung des Städte- und Gemeindebundes NRW zu erstellen, zurück. Durch die Einführung einer Baumschutzsatzung könnten Baumfällungen verhindert oder rechtswidrige Baumfällungen geahndet werden, hieß es. Außerdem wären eine einheitliche Regelung der Ersatzmaßnahmen und deren Durchsetzbarkeit möglich.

Bürgermeisterin Anne Kortüm führte ins Feld, dass man sich darüber klar sein müsse, dass man mit Widerstand in der Bevölkerung rechnen müsse, wenn man eine solche Satzung erlasse. Außerdem wies sie auf den erheblichen Verwaltungsaufwand hin. Die Stadt müsse zum Beispiel Anträge auf Befreiung bearbeiten.

Werner Bönning (UWG) schloss sich dieser Meinung an und erinnerte unter anderem an das Recht auf Eigentum. Im Übrigen habe im Kreis Borken bisher nur Raesfeld eine solche Baumschutzsatzung.

Anne Knüsting (CDU) führte als Argument gegen eine Satzung unter anderem zusätzliche Personalkosten an. Außerdem befürchtete sie, dass zunehmend Missmut in der Bevölkerung aufkommen könne. Einzelne Bäume könnten ihrer Meinung nach selbstverständlich als Naturdenkmäler ausgewiesen und damit geschützt werden. Der angekündigte Klimamanager könne in die Fragen des Baumschutzes, der schließlich auch Klimaschutz sei, eingebunden werden.

Günter Effkemann (Grüne) hielt die Idee eines Arbeitskreises für „charmant“ und appellierte an alle Ausschussmitglieder, sich für ein solches Gremium zu entscheiden: „Nehmt allen Mut zusammen.“

Doch Hermann Upgang-Rotert (CDU) wies darauf hin, dass ein Beschluss für die Gründung eines Arbeitskreises noch nicht gefasst werden könne, solange die Fraktionen intern darüber noch nicht beraten hätten. Mit einem solchen Arbeitskreis ergebe sich eine neue Lage. Im Übrigen hielt er eine Baumschutzsatzung für ein ungeeignetes Instrument, Bäume zu schützen. Hauseigentümer könnten unter einem solchen Vorzeichen künftig lange überlegen, ob sie überhaupt noch einen Baum auf ihrem Privatgrundstück pflanzen.

Ausschussvorsitzender Wolfgang Brüggestrath (Grüne) erinnerte an die Baumfällaktion an der Riete. Dort sind alte Bäume für den Neubau des Marien-Kindergartens gefällt worden. Damals sei deutlich geworden, dass ein Instrument zum Baumschutz dringend nötig sei.

Nicht nur die Grünen zogen ihren Antrag zum Baumschutz zurück. Auch Markus Kretschmer (FDP) erklärte, dass seine Fraktion den Antrag, ein Förderprogramm zum Erhalt ökologisch wertvoller Bäume im privaten Raum zu erarbeiten, zurückziehe. Darüber könne ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt beraten werden. Letztlich gehe es darum, „verantwortungsvoll mit den Bäumen umzugehen“, und das solle auch der Bevölkerung bewusst gemacht werden.

Bürgermeisterin Anne Kortüm freute sich darüber, dass sich alle Fraktionen bereits intensiv mit dem wichtigen Thema Baumschutz befasst hätten. Sie schlug vor, fachlichen Rat bei der weiteren Beratung einzuholen, unter anderem von Revierförsterin Andrea Balke.

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