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Plakette mit Hilfsangeboten für Frauen im Wochenendpark Brinkmann’s Hof installiert

Gemeinsam gegen Gewalt

Gescher

Die Sitzgruppe an der Dorfwiese auf Brinkmann‘s Hof wird gern genutzt. „Das ist ein zentraler Begegnungsort bei uns“, sagt Anna-Maria Brinkmann, Inhaberin des Wochenendparks in Harwick. Vor kurzem ist eine Plakette an der Lehne einer der beiden Holzbänke angebracht worden.

Von Manuela Reher

Diese weist auf konkrete Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Personen hin. Auch über einen QR-Code können Betroffene Informationen bekommen. Christiane Betting, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gescher, freut sich sehr, dass das Team von Brinkmann’s Hof mit Inhaberin Anna Maria Brinkmann die Aktion gegen Gewalt an Frauen auf diese Weise unterstützt.

„Für mich ist es selbstverständlich, auf Hilfsangebote hinzuweisen“, sagt die Inhaberin des Wochenendparks. Gerade vor dem Hintergrund, dass Gewalt an Frauen in der Gesellschaft oft noch ein Tabu-Thema sei. Und vielen von Gewalt betroffenen Frauen seien die Hilfsangebote nicht bekannt, sagt Christiane Betting.

Das habe eine Dunkelfeldstudie ergeben, die das Ministerium für Heimat, Bau, Kommunales und Gleichstellung NRW und das Ministerium des Innern in Auftrag gegeben habe.

Eine rote Bank, wie sie bereits seit einiger Zeit vor dem Rathaus stehe, sei das Symbol für die Aktion. Damit wolle man ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen setzen. Entstanden sei die Idee der roten Bank ursprünglich in der italienischen Stadt Perugia. „Die rote Farbe soll dabei das Blut darstellen, das bei den Gewalttaten vergossen wird“, sagt Christiane Betting.

Dass es diese Form von Gewalt überall gebe, verdeutliche ein Blick in die Kriminalstatistik: Im Jahr 2020 hat es allein im Kreis Borken 615 angezeigte Fälle von häuslicher Gewalt gegeben, davon 137 im Bereich Borken. In 306 Fällen ist es daraufhin zu Wohnungsverweisen gekommen – Tendenz seit Jahren steigend. „Und das Dunkelfeld ist in diesen Deliktsbereichen erheblich“, weiß Christiane Betting. Die Taten würden im häuslichen Bereich stattfinden. Nach Schätzungen würden nur 75 bis 80 Prozent der Fälle aktenkundig.

„Die Opfer trauen sich aus vielfältigen Gründen nicht, Anzeige zu erstatten: aus Angst vor weiter Gewalt, Scham oder finanzieller Abhängigkeit“, erläutert Christiane Betting.

Die Corona-Krise habe das Gewaltproblem zusätzlich verschärft, weil Stressfaktoren, wie zum Beispiel räumliche Enge, psychische Belastungen oder auch finanzielle Sorgen gewaltfördernde Faktoren seien.

Christiane Betting hofft, dass sich noch mehr Menschen entscheiden, an zentralen Begegnungsorten eine solche Plakette zu installieren. Bis zum 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, steht die rote Bank als Erinnerung vor dem Rathaus. Christiane Betting gibt gerne weitere Auskunft: Tel. 02542/ 60102 oder per Mail betting@gescher.de.

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