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Gala-Abend im Saal Tenbrock

Gescher kann noch Karneval

Gescher

Eine so lange Amtszeit hatte sie nicht geplant. „In der Geschichte der Karnevalisten in Gescher bin ich diejenige, die am drittlängsten regiert“, verkündet Prinzessin Marion I. (Pierk) fröhlich und gut gelaunt auf der Bühne des Saals im Hotel Tenbrock „ihren“ Narren und Närrinnen. Mit ungebremster Energie gehen sie und ihr Gefolge der Stadtkarnevalisten Gescher in diese fünfte Jahreszeit, die endlich – nach fast zwei Jahren Stillstand – wieder gefeiert werden kann.

Von Elvira Meisel-Kemper

Voll besetzt ist der Saal Tenbrock zum Gala-Abend. Doch alle Anwesenden müssen die 2G-Regel erfüllen.

Das neue Motto „Ob stürmisch oder heiter, in Gescher geht es weiter!“ unterstreicht die feierfreudige Energie, die in ihr und in ihrem begeisterten Gefolge steckt. So mancher Tusch ist an diesem langen Galaabend fällig, den der Musikzug ebenso begeistert produziert. Immer wieder erklingt der Freudenruf „Ein dreifaches Gescher helau“, wenn Präsident Theo Heisterkamp und sein Co-Moderator Jens Nienhaus mal wieder Ehrengäste wie die Bürgermeisterin Anne Kortüm oder Pastor Hendrik Wenning auf die Bühne holen. „Ich wünsche allen, dass der Abend gut verläuft und sie alle ein gutes Gefühl dabei haben“, fasst sich Kortüm kurz. Dafür sorgen die Karnevalisten schon am Eingang, denn strenge Kontrollen lassen nur Personen rein, die die 2G-Regel erfüllen.

Und nicht nur das. Trotz aller Unwägbarkeiten, ob der Abend überhaupt stattfinden kann, hat der Vorstand ein tolles Programm gestrickt. Das lenkt für einige Stunden alle bunt und fantasievoll kostümierten Närrinnen und Narren davon ab.

Der Gardetanz sorgt schon für viel Applaus. Bezaubernd sind die Minigardisten. Auch sie haben gut geübt und servieren ihren Showtanz mit sichtbarer Freude. Das Bütt-Quartett, bestehend aus Manfred Blesenkemper, Olaf Emmerich, Matthias Kemper und Doris Schöning hat einige Sketche vorbereitet. Als eine Frau zum Arzt kommt und sich über die Lustlosigkeit ihres Mannes beschwert, empfiehlt dieser, heimlich Viagra in seinen Kaffee zu tun. „Mein Mann hat mich sofort genommen. Das war der beste Sex seit 20 Jahren. Aber beim Kellner dürfen wir uns nicht mehr sehen lassen“, schildert die Frau das Ergebnis. Auch das Gespräch beim Friseur erzeugt absolute Lacher. Der 77-jährige Kunde berichtet, dass seine Frau (40 Jahre jünger) schwanger sei. „Von mir…nehme ich an“, antwortet der Kunde dem Friseur. Auch die drei Männer im Bewegungsbad in Bad Bentheim haben die Lacher auf ihrer Seite und nicht nur, weil sie „oben ohne“ dastanden.

Ansgar Höing und Georg Korf geben das Lied „Knockdown“ zum Besten, das ebenso freudig mitgegrölt wird. Heisterkamp muss allerdings zwischendurch eine sprachliche Verbesserung einschieben, die ebenso erheitert: „Wir haben ja eine Prinzessin. Da müsste es ja Prinzessinnengarde heißen.“

Absolute Stimmungsmacher sind auch die auswärtigen Gäste wie Heinz Gröning mit seiner Gitarre und seinen Liedern, die er mit Geschichten auffüllt. „Vergesst eure Alltagssorgen, auch wenn sie neben dir sitzt“, markiert Gröning seinen Witz. „Das war der unglaubliche Heinz, aber das Publikum ist auch unglaublich“, lobt Heisterkamp beim Abschied beide Seiten.

Wasserfest müssen die Karnevalisten bei der märchenhaften Nummer der Bacchusjünger sein, denn sie gehen mit bunten Krakenschirmen und Wasser verspritzend durch die eng bestuhlten Reihen. Eigentlich hätte es am Ende des langen Galaabends keiner Steigerung mehr bedurft, denn die Stimmung ist schon on top. Und dann kommt die ewig quasselnde Hilla Heien mit Regenschirm und Fahrrad in den Saal. Sie zaubert die größte Polonaise herbei. Björn Schmitz profitiert davon, denn er läutet mit seinen Liedern das offizielle Ende des Bühnenprogramms ein, aber nicht des Galaabends. Fazit: Gescher kann noch Karneval feiern – und wie!

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