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Online-Konferenz zum künftigen Kulturleben in der Glockenstadt

Gescheraner stecken voller Visionen

Gescher

Bis zum Jahr 2030 soll sich in Gescher das Kulturleben ganz anders präsentieren, als es sich heute noch darstellt. Dieses Ziel wurde im Rahmen einer „Visionskonferenz“ skizziert, die mit einem Online-Treffen von 21 Interessenten vor wenigen Tagen startete. Senior-Berater Reinhart Richter moderierte die Auftaktveranstaltung, die über die Bildung von Arbeitsgruppen bis zum 10. Juni eine zusammengefasste Erklärung zum Ziel hat. Am Ende des Prozesses soll „die“ Kulturvision für Gescher stehen.

Von Elvira Meisel-Kemper

Die Erarbeitung eines Kulturkonzeptes für Gescher hat 2019/2020 mit zwei Workshops (Bild) begonnen. Jetzt sind in einer „Visionskonferenz“ weitere Ideen für das künftige Kulturleben präsentiert worden. Foto: Foto: Archiv

Bürgermeisterin Anne Kortüm machte den Anfang mit ihrer Zukunftsvision, nachdem Richter den Zusammenschnitt einer Zukunftsvision des Jugendwerks Gescher aus dem Jahr 2018 vorgestellt hatte. In Form von „Tagesthemen“ hatten Kinder damals ihre Wünsche vorgestellt, angefangen mit einer Stadthalle für Veranstaltungen bis hin zum 6D-Kino, einem virtuellen Stadtrundgang, einem Skater-Turnier und ganz praktischen Vorschlägen zur Eindämmung des Mülls im Stadtpark.

„Was dort gezeigt wurde, deckt sich mit meinen Visionen. Ich stelle mir eine belebte Innenstadt für alle Generationen mit Ruhepunkten zum Verweilen und zum Austausch vor“, so Kortüm. Die Möglichkeiten, die ein umfassend modernisierter Theater- und Konzertsaal bietet, sowie Konzerte im Museumshof sollten nicht nur für Gescheraner reizvoll sein, sondern auch auswärtige Besucher anziehen, ergänzte die Bürgermeisterin.

Franz-Josef Menker wünschte sich in seinem Visionsbeitrag, dass auf die Bedeutung der Glocken und ihrer Klänge für Gescher mehr Wert gelegt werde. „Glockenklänge haben eine heilsame Wirkung für alle“, ergänzte er. Die Hervorhebung des Moorgartens in Hochmoor und die Bedeutung der Kapelle in Tungerloh-Capellen sollten ebenfalls stärker in den Fokus gerückt werden, meinte Menker.

Dr. Hanna Koch (Kulturmanagerin Stadt Gescher) und Jana Ay (Stadtmarketing Gescher) haben zusammen eine Vision entwickelt, deren Fokus sich mehr auf Familien mit Kindern ausrichtet. Dazu gehört die Ausstattung des Freibads mit einer Rutsche, aber auch der Ausbau der Museumslandschaft als Erlebnisfaktor für alle Altersgruppen. „Es sollte auch eine Netzwerkstruktur über die Kultur hinaus aufgebaut werden“, wünschten sich Koch und Ay.

Kirsten Rak, Mona Romahn und Anatolij Saimak (Jugendwerk Gescher) stellten einen Filmbeitrag vor, der erst am 31. Mai gedreht worden ist. Sie wünschten sich ein Haus, das zum Treffpunkt nicht nur für Kinder und Jugendliche werden könnte. Dafür stellten sie einige Gebäude vor, die zentral gelegen sind und zum Teil leer stehen.

Dr. Thomas Bröcheler (Geschäftsführer Stiftung Haus Hall) rückte das Gelände und die Gebäude von Haus Hall in den Vordergrund. Sein Ziel wäre es, dort mehr Veranstaltungen zu machen, damit die Integration stärker gefördert werde.

Sehr vielschichtig war die Vision von Lina Heiber, die in ihrer Bachelorarbeit untersucht hatte, wie Natur und Kultur mit dem Leben in der Stadt Gescher und in den Randgebieten stärker zusammen und nicht getrennt in den Fokus rücken könnten. Für Reinhart Richter war das „ein spannendes, aber visionäres Handlungskonzept“.

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