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Kämmerer Christian Hübers legt Controllingbericht vor und liefert Eckdaten für den Haushalt 2022

Gewerbesteuer nicht zurückgegangen

Gescher

Der gefürchtete Rückgang der Gewerbesteuer angesichts der Corona-Pandemie sei nicht eingetreten, teilte Kämmerer Christian Hübers den Mitgliedern des Stadtrates erfreut mit. Zum Stichtag 31. August würden sich die Gewerbesteuereinnahmen bereits auf gut 9,4 Millionen Euro belaufen, wie er im Controllingbericht für Januar bis August 2021 darstellte. In der Prognose seien das bis zum Jahresende 12,5 Mio. Euro. Der fortgeschriebene Ansatz für das Haushaltsjahr 2021 betrage 10,5 Mio. Euro.

Von Manuela Reher

Entgegen der Befürchtung ist die Gewerbesteuer in Gescher nicht zurückgegangen. Foto: Foto: Archiv

Bei der Vergnügungssteuer rechne die Stadt allerdings mit Mindererträgen von voraussichtlich 65 000 Euro, die durch die Corona-Pandemie bedingt seien. Der Ansatz liegt bei 115 000 Euro. Bis Ende August habe die Stadt 39 000 Euro an Vergnügungssteuer eingenommen. Die Prognose beläuft sich auf 50 000 Euro zum Jahresende.

Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer war mit 7,2 Millionen Euro veranschlagt, beträgt aktuell 3,7 Mio. Euro und wird sich laut Prognose bis Ende 2021 auf 7,4 Mio. Euro belaufen, wie Hübers vorrechnete.

Das voraussichtliche Jahresergebnis 2021 werde sich um 1,066 Mio. Euro verbessern, resümierte der Kämmerer.

Für den Haushalt 2022 der Stadt Gescher stellte Christian Hübers verschiedene Modellrechnungen zu den gemeindeeigenen Steuern vor. Dabei beleuchtete er zunächst die aktuellen Hebesätze der Grundsteuern A und B. Bei der Grundsteuer A (230 v.H.) würde das Aufkommen 145 000 Euro betragen. Bei der Grundsteuer B (550 v.H.) 3,04 Mio. Euro. Würde man den Hebesatz bei der Grundsteuer A auf 247 v.H. (fiktiver Hebesatz des Landes NRW 2022 für kreisangehörige Städte und Gemeinden) anheben, wären das Mehrerträge von 10 000 Euro für die Stadt. Wenn man den Hebesatz bei der Grundsteuer B auf 479 v.H. (fiktiver Hebesatz NRW) senken würde, hätte die Stadt ein Minus von 392 400 Euro.

Bei der Gewerbesteuer liegt der aktuelle Hebesatz von 444 v.H. ebenfalls unter dem fiktiven Hebesatz von 414 v.H. Würde die Stadt danach verfahren, hätte sie Mindereinnahmen von 864 800 Euro. Bei Anwendung der fiktiven Hebesätze bei den Grundsteuern und der Gewerbesteuer würde sich das Jahresdefizit der Stadt auf 3,48 Mio. Euro erhöhen.

Hübers kommentierte dazu: „Die Frage ist, welches Defizit man in Kauf nehmen möchte.“ Das müssten letztlich die Etatberatungen ergeben. „Wir freuen uns auf spannende Haushaltsberatungen“, sagte der Kämmerer. Am 10. November soll der Haushaltsentwurf eingebracht werden. Am 15. Dezember steht die Verabschiedung des Haushalts 2022 durch den Stadtrat im Kalender.

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