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Modernisierung und Erweiterung der Von-Galen-Schule soll über zehn Millionen Euro kosten

Glaskubus verbindet Gebäudeteile

Gescher

Die Stadt Gescher dreht große Räder im Schulbau. Nach Schulzentrum und Pankratiusschule soll nun auch die Von-Galen-Schule modernisiert und erweitert werden. Eine erste Konzeptstudie stellte Susanne Leßing vom Architekturbüro Kersting + Gallhoff am Mittwoch in einer gemeinsamen Sitzung der zuständigen Fachausschüsse vor. Die bestehenden Gebäudeteile der Grundschule sollen demnach baulich verbunden und räumlich neu organisiert werden. Die vorgestellte Variante würde nach dem aktuellen Baukostenindex geschätzte Kosten von 10,3 Millionen Euro verursachen. Für die Umsetzung in drei Abschnitten veranschlagt die Architektin dreieinhalb Jahre – je nach Vorlauf könnte im Jahr 2026 alles fertig sein. Über die Vorgehensweise soll in einer weiteren Sondersitzung am 27. Oktober beraten werden.

Von Jürgen Schroer

Nach der vorgestellten Konzeptstudie könnte sich die Von-Galen-Schule in einigen Jahren so präsentieren. Zu sehen ist ein Glaskubus als Haupteingang. Rechts schließt sich der Erweiterungsbau an – das heutige Zeltdach entfiele. Ganz rechts ist die Mensa mit Küche zu sehen, die vor das heutige Hauptgebäude gesetzt würde. Foto: Ansicht: Kersting + Gallhoff Architekten

Erklärter Wille der Politik ist es, auch die Von-Galen-Schule so herzurichten, dass sie heutigen baulichen und pädagogischen Anforderungen entspricht. Das Ursprungsgebäude der Grundschule ist aus dem Jahr 1938 und nicht barrierefrei. Das Hauptgebäude, erdgeschossig mit einer Rampe angebunden, wurde 1956 gebaut und ist 2003 um einen Kubus erweitert worden. Leßing skizzierte in ihrem Vortrag die Ist-Situation und beschrieb diverse Schwachpunkte: getrennte Gebäudeteile, kein definierter Haupteingang, mangelnde Barrierefreiheit, offene WC-Anlagen und eine sehr zergliederte Verwaltung.

Bei ihrer Planung („Phase 0“) habe sie sich an den Standards der Pankratiusschule und der Kölner Schulbaurichtlinien orientiert, so Leßing. Ihr Konzept sieht vor, den Anbau des Hauptgebäudes zu erweitern und über einen Glaskubus mit dem Altgebäude zu verbinden (siehe oben). „Hier entsteht der Haupteingang mit den erforderlichen Verkehrsflächen“, erläuterte Leßing. Schulverwaltung und Hausmeister sollen daneben platziert werden. Vor das Hautpgebäude mit OGS-Bereich würde eine Mensa mit Glasfront und einer separaten Küche gesetzt. Die dortige Ganztagsfläche würde ausreichen, um auch die Übermittagbetreuung (heute im Modulgebäude Stadtpark) hier unterzubringen.

Anhand von Grundrissen verdeutlichte die Architektin, wie sich Klassenräume mit zugeordneten Differenzierungsbereichen, Flurverbindungen, Fach- und Nebenräume anordnen ließen. Die WC-Anlagen würden geschlossen. Die Aula bliebe erhalten, würde nur saniert. Insgesamt ließen sich die geforderten Bedarfe erfüllen.

Dreieinhalb Jahre würde die Von-Galen-Schule zur Baustelle. „Eine Herausforderung“, konstatierte die Architektin. Im ersten Schritt würden alle Neubauteile inklusive Mensa „auf einen Schlag“ errichtet. Um Baufreiheit zu gewinnen, müsste die Schulverwaltung in Bürocontainer ziehen. Auch die OGS-Kinder müssten für diese Bauphase Container und/oder freie Klassenräume nutzen. Im zweiten Abschnitt würden der Umbau der Räume im heutigen Hauptgebäude erfolgen, letzter Schritt wäre die Sanierung des Altgebäudes.

Die Frage von Sitzungsleiter Wolfgang Brüggestrath (Grüne), ob das Architekturbüro für die Schule eine Lüftungsanlage empfehle, beantwortete Kersting mit einem klaren „Ja“. Die Kostenschätzung dafür soll nachgereicht werden. CDU-Fraktionssprecher Thomas Kloster (CDU) verwies darauf, dass auch eine Neubauoption interessant sein könne – nicht nur wegen der etwa ein Jahr kürzeren Bauzeit. Auch Andreas Langer (SPD) sprach sich dafür aus, diese Option zu untersuchen. Kerninformationen dazu sollen die Architekten bis Oktober liefern. Dann wollen die Fachausschüsse wieder gemeinsam tagen und die Marschrichtung für das neue Millionen-Projekt festlegen.

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