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Gastronomen sprechen sich bei Angebot am ursprünglichen Weihnachtsmarkt-Wochenende ab

Glühweingenuss nur mit 2G plus

Gescher

Der Weihnachtsmarkt in Gescher fällt aus, ein wenig Vorweihnachtsfeeling soll trotzdem aufkommen. Die Gastronomen in der Innenstadt bieten den „normalen“ Restaurant- und Lokalbetrieb an und teilweise auch Glühweinausschank – allerdings mit einem strengen Sicherheitskonzept auf Basis von 2G plus. Das heißt, nur wer geimpft oder genesen ist und zusätzlich einen tagesaktuellen Negativ-Test vorlegt, kann einen Glühwein bestellen oder Einlass ins Lokal erhalten. „Und das wird überall kontrolliert“, versichert Hotelier Hubertus Grimmelt. Alle Innenstadt-Gastronomen hätten sich abgesprochen. Wer kontrolliert wurde, erhält ein Armbändchen in einer bestimmten Farbe, das am gleichen Tag auch zum Eintritt in die anderen Lokale berechtigt.

Von Jürgen Schroer

Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trinken, das wird es am kommenden Wochenende nicht geben. Ersatzweise bieten die Innenstadt-Gastronomen ein eingeschränktes Angebot mit Sicherheitskonzept. Foto: Foto: Archiv

Für die Weihnachtsmarkt-Absage hat Grimmelt Verständnis: „Die Zahlen gehen hoch, 2G lässt sich nicht verlässlich kontrollieren“, sagt er. Dafür habe die Innenstadt zu viele Zugänge und „Schlupflöcher“. Die Absage sei für die Gastronomie nicht schön, „aber zumindest können wir noch was machen“, meint Grimmelt. Schwerer wiege die Absage für die Einzelhändler. Michel Kösters vom Hotel Tenbrock-Kösters sieht die Absage etwas kritischer: „Wir werden mit dem Virus leben müssen“, findet er. Corona werde auch in den nächsten Jahren noch in der Welt sein, ohne dass man alles absagen könne. Deshalb habe er für die Absage nur bedingt Verständnis, zumal sich das Marktgeschehen draußen abspiele.

Bei Grimmelt wird es am kommenden Wochenende (27. /28. 11.) ab 17 Uhr Glühwein und Stehtische geben, das „Cheers“ ist geschlossen. Nach Kontrolle – das Bändchen-System wollen die Gastronomen freitags und samstags in der gesamten Vorweihnachtszeit so handhaben – und mit Abstand sollen die Leute draußen ihr Heißgetränk genießen können. Glühwein gibt es auch am Domhotel und vor dem Pub Boulevard. „Kanne“-Besucher können es sich draußen an Stehtischen oder drinnen gemütlich machen. Normalen Restaurantbetrieb bieten Gallo, Ferres und Tenbrock an. „Wir hätten eigentlich eine große Firmenveranstaltung mit 160 Personen gehabt. Das hätte alle Kapazitäten gebunden“, berichtet Michael Kösters. Diese Feier sei kurzfristig abgesagt worden. Die kleinen Gruppen kämen aber weiterhin.

Generell war es auch für die Gastronomie ein besonderes Jahr. „Seit Ende Mai nehmen wir keine finanziellen Hilfen mehr in Anspruch und stehen wieder zu 100 Prozent auf eigenen Füßen“, berichtet Grimmelt. Der Gastrobereich sei trotz des mäßigen Sommerwetters sehr gut gelaufen, von Juni bis Mitte Oktober habe es kein Wochenende ohne Hochzeitsfeier gegeben. Aufgrund des großen Nachholbedarfes hätten nicht alle Terminanfragen bedient werden können. Nur im Hotelbereich fehle etwas, da seien die Gäste aus dem Ausland ausgeblieben. Für die verbleibenden Wochen bis Weihnachten hoffen Grimmelt und Kollegen, dass mit der 2G-plus-Regel der Restaurantbetrieb trotz hoher Corona-Fallzahlen weiterlaufen kann. Und wenn doch wieder ein Lockdown für alle kommt? Grimmelt: „Dann gibt es wieder Essen am Fenster. Aber da sehe ich uns noch nicht.“

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