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Glocken- und Kunstguss-Manufaktur ergattert Auftrag für drei Skulpturen

Großfiguren „wandern“ nach Arnsberg

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(sk). Nicht nur in der bildenden Künstlerszene hat die hiesige Glocken- und Kunstguss-Manufaktur Petit & Gebr. Edelbrock einen Namen. Jetzt konnte die Manufaktur einen weiteren Großauftrag für sich verbuchen. In mehreren Schritten werden drei lebensgroße Skulpturen für die Stadt Arnsberg im Sauerland verwirklicht.

Uraltes Handwerk: Im Wachsausschmelzverfahren entstehen in der Glockengießerei auch filigrane Kunstobjekte aus Bronze. Foto:

In der ältesten Ortsgemeinde der Stadt Arnsberg, in Hüsten, kam der Gedanke auf, dem Ort ein würdiges Denkmal setzen zu wollen. Dabei dachte man an eine Generationen überdauernde Bronzeskulptur, mit der Heimatverbundenheit zum Ausdruck gebracht werden soll. Hierzu wurde eigens ein Verein gegründet, der die Finanzierung sichert. Die hiesige Kunstguss-Manufaktur konnte jetzt den Generalauftrag für sich verbuchen, wie Teamleiter Markus Breuer mitteilt. „Wir haben den Coesfelder Bildhauer Burkhard Hoppe für dieses Großprojekt gewonnen“, berichtet Breuer weiter. Hoppe wird als nächstes die lebensgroßen Modelle aus Wachs erstellen. Im sogenannten Wachsausschmelzverfahren werden die Figuren schließlich in der hiesigen Gießerei in Bronze gegossen. Es handelt sich dabei um ein Gussverfahren, das bereits vor rund 2500 Jahren in Westeuropa bekannt war. Hierbei wird das Wachsmodell in einer speziellen Gipsmasse eingebettet. Bei dem Trocknungsverfahren wird das Wachs ausgeschmolzen und ein Hohlraum entsteht. In diesen Hohlraum kann anschließend die Bronze gegossen werden. Breuer schätzt, dass die drei fertigen Figuren mehr als eine halbe Tonne wiegen werden.

Sodann wird die Feinarbeit an den Skulpturen beginnen. „Wir haben erfahrene Mitarbeiter, die ihr Handwerk verstehen“, freut sich der Leiter der Kunstgussabteilung. Doch wie in vielen anderen Handwerksberufen fehlt auch hier der Nachwuchs. Dabei verweist Breuer auf die interessanten und vielseitigen Arbeiten des Formers oder des Ziseleurs, der mit seinen künstlerischen Fähigkeiten dem Endprodukt den nötigen Feinschliff gibt. Durch die Erfahrung des Patineurs erhalten die Kunstobjekte die gewünschte Patina. „Bei uns gibt es keine Fließbandarbeit – jedes Stück, das wir hier gießen, ist ein Unikat“, umschreibt Breuer die Arbeit in einer Kunstgießerei. Um Interesse bei den Schulabgängern für diese Berufe zu wecken, bietet die Gießerei Workshops für Jugendliche an. Hiervon hat zum Beispiel die Gesamtschule in Ahaus Gebrauch gemacht.

Dass das mehr als 330 Jahre existierende Unternehmen Petit & Gebr. Edelbrock einen bedeutenden Namen in der Kunstszene hat, beweist wohl die Tatsache, dass die Auftragsbücher bis Mitte des nächsten Jahres voll sind. Dies wirkt sich auch auf die Beschäftigtenzahl im Traditionsunternehmen aus, konnten doch in diesem Jahr drei neue Mitarbeiter eingestellt werden.

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