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Online-Kaufhaus und Lokalerie stoßen auf großes Interesse

Handel will digital durchstarten

Gescher

Online Produkte anschauen und auswählen, per Mausklick bestellen und kurze Zeit später an die Haustür geliefert bekommen – was Internet-Giganten wie Amazon und Co. bieten, das soll bald auch in Gescher möglich sein. Mit Fördermitteln ist es gelungen, das Branchenverzeichnis „Gescher erleben“ zu einem Online-Kaufhaus für den stationären Einzelhandel weiterzuentwickeln. Hier können die Gescheraner Händler ihr Geschäft und ihre Produkte gebündelt darstellen und zusätzliche Umsätze generieren. „Das ist eine super Chance“, findet Stadtmarketing-Geschäftsführerin Jana Ay. Das Online-Kaufhaus werde voraussichtlich im November starten, der Lieferdienst werde im kommenden Jahr eingeführt.

Von Jürgen Schroer

Stellten das geplante Online-Kaufhaus und das Lokalerie-Projekt am Dienstagabend im Rathaus vor (v.l.): Birgit Meyer und Jana Ay von der Stadtmarketing Gescher GmbH sowie Marvin Wolthaus und Michael Uphues, Geschäftsführer der Lokalerie GmbH. Foto: Foto: Kortbus

Im Sitzungssaal des Rathauses ging es am Dienstagabend darum, wie sich der lokale Handel für die Zukunft wappnen kann. Große Hoffnung setzt das Stadtmarketing-Team auf das digitale Kaufhaus, das es den Gewerbetreibenden ermöglicht, Produkte und Dienstleistungen online zu präsentieren und zu verkaufen. Jeder Anbieter hat hier seinen Showroom und erhält einen Zugang, um beliebig viele Waren einzugeben. „Das ist kinderleicht“, versichert Jana Ay und bietet allen Geschäftsleuten Unterstützung in der Startphase an. Die bisherigen Mitglieder von „Gescher erleben“ sind automatisch dabei, alle anderen Mitglieder von Pro Gescher e.V. können zu vergünstigten Konditionen mitmachen. Auch Nichtmitglieder können das Kaufhaus nutzen. Die neue Internet-Plattform soll im November online gehen, um das Weihnachtsgeschäft noch mitzunehmen. Das Verfahren – gewählte Artikel in den Warenkorb legen und mit den üblichen Bezahlarten (Paypal, Kreditkarte, Apple Pay) bezahlen – ist vielen geläufig. In der Startphase werden die Kunden die bestellten Waren noch in den Geschäften abholen müssen.

Weiter verbessert wird der Kundendienst, wenn im nächsten Jahr ein Lieferservice organisiert wird. Dabei wird das Stadtmarketing von dem Anbieter „Lokalerie“ unterstützt, der für die Lieferfahrten im Raum Gescher und Hochmoor ein E-Auto (Smart) zur Verfügung stellen wird. Marvin Wolthaus und Michael Uphues stellten ihr System vor, das ebenfalls die örtlichen Händler und Dienstleister stärken will. Die Lokalerie bietet einen digitalen Markplatz, auf dem sich die örtlichen Geschäfte listen lassen können und Vorteile und Rabatte bieten. Jana Ay: „Bislang machen 18 Anbieter mit, Tendenz steigend.“ Zielgruppe der Lokalerie sind die Mitarbeiter von Unternehmen, die ihren Beschäftigten einen Benefit bieten und sie auf diese Weise an sich binden wollen. Die Mitarbeiter erhalten eine Karte und einen Zugang zum digitalen Marktplatz, wo sie von den exklusiven Angeboten profitieren. In Vreden und Gronau laufe dieses Projekt schon sehr erfolgreich, hieß es am Dienstagabend im Rathaus. Beide Vorhaben – Online-Kaufhaus und Lokalerie – wurden in der Runde positiv aufgenommen.

Beim Stadtmarketing hofft man, dass die Händler beide Digital-Plattformen nutzen, auch wenn zum Start „viel Fleißarbeit“ erforderlich sei. Das digitale Standbein sei für den stationären Handel unverzichtbar, so Jana Ay. Für den Lieferservice per Smart werde noch ein Fahrer gesucht. Ziel sei es, künftig bei Bestellungen bis 12 Uhr möglichst noch am selben Tag zu liefern.

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