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Feuerwehr verzeichnet 193 Einsätze im Jahr 2021

Hilfe im Flutgebiet für immer prägend

Gescher

Zu 193 Einsätzen ist die Freiwillige Feuerwehr Gescher im vergangenen Jahr ausgerückt. Das geht aus der Jahresstatistik der Wehr für 2021 hervor. Darunter waren 165 Einsätze in Gescher, 24 in Hochmoor und acht überörtliche Einsätze.

Von Manuela Reher

Vollalarm gab es beim Unfall eines Gefahrgut-Lastwagens auf der A 31 am 14. Mai 2021. Damals waren 200 Liter Natronlauge ausgelaufen. Die Kameraden aus Gescher waren zwölfeinhalb Stunden mit 70 Kräften im Einsatz. Foto: Foto: Archiv

Als besonders prägend haben die Feuerwehrleute die Starkregenereignisse im Juli in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz rund um die Erft, das Ahrtal und andere Gebiete in Erinnerung, wie der Feuerwehrleiter, Stadtbrandinspektor Christian Nolte, mitteilt.

Die Flutkatastrophe habe ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht - mit mehr als 179 Toten. Dort war die Hilfe zunächst im Akuteinsatz gefordert. Die VÜH-Einheit, die vorgeplante überörtliche Hilfe NRW, und auch die Kreisbereitschaft rückten mit Kräften aus Gescher nach Odendorf, Euskirchen, Eschweiler und weiteren Städten zur Hilfe aus.

„Dort galt es, Leben zu retten und eine Vielzahl von Hilfeleistungen zu erbringen. Dieser Einsatz brachte uns teilweise an unsere Grenzen“, kommentiert Nolte. Dennoch habe die Gescheraner Wehr das Flutgebiet nicht vergessen. In der Folge habe sich ein Team um Steffen Kemna und die Jugendfeuerwehr aufgebaut, um den Menschen dort weiter zu helfen. Lastwagenweise wurden Hilfsgüter gepackt, Spenden gesammelt und Hilfe beim Wiederaufbau geleistet.

Auf Initiative vom Unternehmen Bernhard Twents GmbH und von Steffen Kemna sei das Impfzentrum (leider zu früh) mit Hilfe aller Wehren aus dem Kreis Borken demontiert worden. So konnten große Mengen an dringend benötigtem Bauholz, Dämmmaterial, Türen und vielem mehr in die Flutgebiete gebracht werden. „Das fand große Anerkennung. Auch hier gilt es, allen Beteiligten „Danke!“ zu sagen“, betont Nolte in seinem Vorwort zum Jahresbericht der Feuerwehr Gescher.

Neben den Herausforderungen während der Flutkatastrophe habe die Wehr das ganze Jahr über ihre Einsatzbereitschaft und -stärke unter Beweis gestellt. 238 Mitglieder gehören der Wehr an, darunter 121 Einsatzkräfte. Die übrigen sind in der Kinderfeuerwehr (31), Jugendfeuerwehr (24), Ehrenabteilung (23), Unterstützungseinheit (9) und im Spielmannszug (30) organisiert.

Angesichts der noch währenden Corona-Pandemie bezeichnet Feuerwehrchef Christian Nolte es als großes Glück, dass die Feuerwehr mit ihren vielen Zügen und Abteilungen keine schweren Erkrankungen oder gar Todesfälle durch Corona hinnehmen musste. Das sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Impfquote der Kameraden bei hundert Prozent liege und die Auffrischungsimpfungen in vollem Gange seien.

Zu den besonderen Einsätzen der Feuerwehr in 2021 zählten unter anderem ein schwerer Auffahrunfall auf der A31 am 30. Januar, das Schneeräumen Anfang Februar, ein vermeintlicher Gasaustritt in der Körnerstraße am 11. März, der Brand des Bücherschranks im Stadtpark am 18. März, ein Eigenunfall am 14. April auf der A 31, die Befreiung eines in einem Metalltor eingeklemmten Rehs am 9. Mai und ein umgekippter Gefahrguttransport-Lastwagens am 14. Mai.

Viele Projekte hätten im Jahre 2021 mit Hilfe von Politik und Verwaltung auf den Weg gebracht werden können, äußert Christian Nolte. Darunter waren unter anderem die Ausschreibung für den Gerätewagen Logistik, die dringend benötigte persönliche Schutzausrüstung und vieles mehr.

„Auch bei der Planung für das Gerätehaus sind wir, dank des Einsatzes von Bürgermeisterin Anne Kortüm, endlich ein Stück weiter gekommen“, betont der Feuerwehrleiter.

So habe die Feuerwehr zum Jahreswechsel das Nachbargrundstück zur Werner-von-Siemens-Straße übernommen, um zunächst die alten Hallen und Gebäude des ehemaligen Bauunternehmens Eichmann & Bönning für den Übergang zu nutzen.

Die weitere Planung sehe vor, dass die Rettungswache an einem anderen Standort angesiedelt wird. Der dadurch gewonnene Platz am jetzigen Standort könne dann für die Feuerwehr und den Ortsverein des DRK neu überplant werden.

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