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115 Schüler der Gesamtschule feierlich entlassen

„Ihr wart echt ein verrückter Jahrgang“

Gescher

Es war ein besonderes Jahr, was jetzt hinter den Zehntklässlern der Gesamtschule Gescher liegt. Am Samstag wurden die vier Klassen mit den insgesamt 115 Schülerinnen und Schüler in die Zukunft entlassen.

Von Elvira Meisel Kemper

Die Freude stand den insgesamt 115 Schülern der Gesamtschule Gescher ins Gesicht geschrieben, die am Samstag ihre Abschlusszeugnisse in Empfang nehmen durften. Foto: Fotos: Kortbus

75 Zehntklässler haben die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe erworben. Dafür hatten sich die Absolventen nicht nur eine spezielle Feiermöglichkeit ausgedacht, sondern auch ein spezielles Motto. „Die Schule war öfter dicht als wir“, übertitelten sie ihren Abschluss, der jede Klasse nacheinander in einem vierteiligen Stationslauf über das Schulgelände führte.

In der Dreifachsporthalle erfolgte der Einstieg mit geistlichen Worten des evangelischen Pfarrers Rüdiger Jung und dem katholischen Pfarrer Hendrik Wenning. Philipp Ottmann, Abteilungsleiter 8-10, und Schulleiter Bernhard Manemann-Kallabis ließen noch einmal die Zeit an der Schule und vor allem die letzten Monate unter erschwerten Corona-Bedingungen Revue passieren.

„Ihr wart schon echt ein verrückter Jahrgang. Ich erinnere mich an das Rudelgucken vor Corona, als ihr euch einen Herrenkalender angeschaut habt, der säuberlich unter die Treppe projiziert war“, so Ottmann an eine Beobachtung, die für manche Eltern wahrscheinlich neu war. Lob hatten Ottmann und Manemann-Kallabis nicht nur an die Schüler, sondern auch für die Eltern, die Kollegen und alle Mitarbeiter der Schule, die diesen Tag der Abschlussfeier erst ermöglicht haben.

„Wir steckten damals in den Kinderschuhen, als ihr angefangen habt. Heute wissen wir, so tickt die Gesamtschule. Auch für die Stadt Gescher war das neu“, erinnerte Bernhard Manemann-Kallabis an die Anfänge. 2015 kamen mit der Flüchtlingswelle neue Probleme an die Schule. Ganz unterschiedliche Kinder kamen in die Schule, viele traumatisiert, ohne Deutschkenntnisse oder als Analphabeten. „Dazu habt ihr beigetragen, diese Kinder aufzufangen“, lobte der Schulleiter.

Das Waldprojekt in der 7. Klasse brachte die Kooperation mit der Förderschule von Haus Hall. „Trotz Corona seid ihr ein unheimlich leistungsstarker Jahrgang. Diese Zeit wird euer Leben prägen. Und was zieht ihr daraus für Euch? Ein Leben auf Distanz, mit Masken, mit Lockdowns und mit der Gefährdung unserer Erde? Sucht aktiv immer nach Lösungen“, gab Bernhard Manemann-Kallabis den Absolventen mit auf den Weg.

Im Foyer des Theater- und Konzertsaals wurden digitale Grußworte eingespielt. Bürgermeisterin Anne Kortüm hatte bereits in der Elternschaft die Schule begleitet. „Vieles begleitet mich auch heute noch, was ich in meiner Schulzeit erlebt und gelernt habe. Eine Musterschülerin war ich nicht. Für euch ist heute alles möglich“, so Anne Kortüm. Sie verwies auf den „reich bestückten Markt an Schul- und Ausbildungsmöglichkeiten“, die ihnen jetzt offen stehen.

Danach ging es weiter zur Mensa, wo sie ihre Zeugnisse erhielten. Auf dem Schulhof wurde dann noch auf den Abschluss angestoßen.

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