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Matthias Schöning verfolgt Karriere als Kameramann / Kurzfilm „Sweet Freedom“ gedreht

Jede Einstellung birgt Emotionen

Gescher. Matthias Schöning (23) hat ein großes Ziel. Er möchte einmal als Kameramann an einem professionellen Set für einen bedeutenden Film dabei sein. Der gebürtige Gescheraner hat die Weichen für eine solche Karriere bereits früh gestellt, teilweise bewusst und teilweise von seiner Intuition geleitet.

Manuela Reher

Matthias Schöning hat für den Dreh seine eigene Filmkamera benutzt: eine Black Magic Cinema Pocket 6 K. Foto: az

Vor zwei Jahren ist er nach Detmold gezogen, um dort sein Studium der Medienproduktion aufzunehmen – mit dem Schwerpunkt „Film und Produktion“. „Um mein Studium zu finanzieren, habe ich mich 2019 als Videoproduzent selbstständig gemacht und produziere für Unternehmen und Künstler Imagefilme, Werbevideos oder auch Musikvideos“, sagt Matthias Schöning. So hat er unter anderem für ein Modelabel einen Werbefilm für Corona-Masken produziert.

Bereits als 14-Jähriger hat er mit wachsender Begeisterung Fotos mit speziellen Programmen wie Photoshop bearbeitet. „Das hat mich sehr interessiert“, erinnert er sich. Nach dem Realschulabschluss hat er erst einmal eine Ausbildung als Fachinformatiker absolviert.

„Doch mir wurde schnell klar, dass ich nicht mein ganzes Leben lang in diesem Bereich arbeiten möchte“, verrät der 23-Jährige. Am Tag der offenen Tür an der Hochschule in Detmold stand sein Entschluss fürs Filmstudium fest. Dafür musste er aber zunächst innerhalb von neun Monaten das Fachabitur nachholen. Für Matthias Schöning war das ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu seiner Karriere als Kamermann. Er ist seiner Familie sehr dankbar, dass sie ihn auf seinem Weg unterstützt.

Mit der Filmkamera hat er sich bereits früh auseinandergesetzt. So hat er Videos von Ausflügen mit Familie und Freunden gemacht und bearbeitet.

Im März dieses Jahres hat Matthias Schöning nun im Rahmen seines Studiums einen Kurzfilm mit dem Titel „Sweet Freedom“ („Süße Freiheit“) gedreht, in dem es um einen Überfall auf eine Tankstelle geht.

Der Film wurde über ein halbes Jahr geplant. Nachdem Matthias Schöning das finale Drehbuch erhalten hatte, erarbeitete er mit dem Regisseur ein visuelles Konzept. Anschließend wurde jede einzelne Einstellung genau geplant. „Weil wir beide sehr perfektionistisch sind, hat dies knapp zwei Monate gedauert“, kommentiert Matthias Schöning.

„In diesem Ensemble-Film wandert die Waffe des Räubers durch kuriose Weise zu den Geiseln, die dann ihr ganz eigenes persönliches Ziel verfolgen“, berichtet Matthias Schöning. In dem Film, für den sein Kommilitone Dominic Wittrin das Drehbuch geschrieben hat, werden Machtverhältnisse zwischen fremden Personen diskutiert.

„Ich versuche, durch die visuelle Bildsprache die Emotionen der Protagonisten, zwischenmenschliche Beziehungen und Machtverhältnisse zu verstärken“, kommentiert der Gescheraner. Er ist bei diesem Projekt als Director of Photography beteiligt (Regie für Bewegtbild/ Kamera; Kameramann). Für den Film konnten unter anderen Dirk Böhling (zu sehen im Film „Der goldene Handschuh“ von Fatih Akin), Susanne Schieffer, Katrin Zierof, Markus Römer und Michaela Winterstein als Darsteller gewonnen werden.

Zurzeit befindet sich der Film in der Postproduktion, also in der Nachbearbeitung. Er soll später dann auf nationalen und internationalen Filmfestivals eingereicht werden, teilt Matthias Schöning mit.

Für den Dreh hat er seine eigene Filmkamera, eine Black Magic Cinema Pocket 6 K, genutzt. Damit sei er vertraut. Die Hochschule verfügt zudem über eine Ausleihe für Filmprojekte. Hier können sich Studierende bei Bedarf Filmeausrüstung für ihre Projekte leihen.

Mit seinem Studienkollegen Dominic Wittrin hat Matthias Schöning inzwischen eine eigene Video- und Filmproduktionsfirma gegründet, für die die beiden noch einen Namen suchen. Und nach dem Abschluss seines Studiums in Detmold plant Schöning den Besuch einer Filmhochschule. Dann sei er seinem Ziel, der Teilnahme an einem professionellen Set, bestimmt schon ganz nah.

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