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Liberale ziehen ihren Antrag zurück

Keine Mülleimer an der Fürstenkuhle

Hochmoor

Das Naturschutzgebiet Fürstenkuhle dient vielen Gescheranern und Gästen als beliebtes Ausflugsziel. Gerade während der Corona-Pandemie, in der die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung stark eingeschränkt waren, haben viele das Naturschgebiet zur Erholung genutzt.

Von Manuela Reher

An den Grenzen des Naturschutzgebiets Fürstenkuhle in Hochmoor sollen keine Mülleimer aufgestellt werden. Foto:

Vor diesem Hintergrund hatte die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Gescher beantragt, dass an den Eingängen zur Fürstenkuhle Mülleimer aufgestellt werden sollen.

FDP-Fraktionssprecher Thomas Haveresch hatte in der Begründung ausgeführt: „Der Vennetütenweg ab der Landesstraße 608 ist für Besucher des Naturschutzgebietes Fürstenkuhle ein stark angenommenes Ausflugsziel. Zudem wird die Strecke im Karree Vennetütenweg/ Birkhahnweg von vielen Spaziergängern und Hundebesitzern angelaufen. Leider gibt es im gesamten Teil keine öffentlichen Mülleimer.“

In der Beschlussvorlage zum Bezirksausschuss hatte die Stadtverwaltung bereits in Frage gestellt, dass das Aufstellen von Mülleimern dazu beitragen kann, die Aufenthaltsqualität in der Fürstenkuhle zu steigern. Auch werde bezweifelt, dass die Maßnahme einen praktischen Mehrwert habe.

Der Bereich Fürstenkuhle in Gescher sei ein Naturschutzgebiet nach Paragraph 23 Bundesnaturschutzgesetz. Im Landschaftsplan Gescher seien Festsetzungen enthalten, die zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege dienen.

In einem Verbotskatalog sei unter anderem festgelegt, Zerstörungen, Beschädigungen, Veränderungen oder nachhaltige Störungen der geschützten Gebiete vorzubeugen.

Insbesondere sei es untersagt, dort bauliche Anlagen zu errichten. Hierunter würden auch fest installierte Mülleimer fallen.

Außerdem würde der Inhalt von Müllbehältern Vögel anlocken und so das Naturschutzgebiet schädigen. Da bei Spaziergängen oder Ausflügen regelmäßig nur sehr geringe Mengen Müll entstehen würden, könnten diese auch mit nach Hause genommen und dort richtig getrennt entsorgt werden, kommentierte Bürgermeisterin Anne Kortüm.

Wolfgang Brüggestrath (Grüne) und Reinhold Gertz (CDU) meinten, dass auch diejenigen Müllgefäße entfernt werden sollten, die bereits in der Nähe des Naturschutzgebietes stehen würden.

Fachbereichsleiter Uwe Wißmann warnte davor, die freie Landschaft noch weiter zu möblieren. Man solle den Trend der Müllentsorgung außer Haus nicht noch fördern, indem man den Bürgern mit Müllgefäßen ein zusätzliches Angebot mache.

Marc Jaziorski (SPD), Vorsitzender des Bezirkausschusses, zeigte Verständnis für das Ansinnen der Liberalen. „Die Fürstenkuhle soll als unser kleines Schätzchen sauber bleiben. Das kann ich verstehen“, sagte er.

Die FDP zog ihren Antrag schließlich zurück, sodass der Bezirkausschuss nicht mehr darüber entscheiden musste.

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