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Bauleitplanung für Mehrfamilienhäuser an der Twente läuft

„Kommen ein ganzes Stück runter“

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Auch wenn sich die Begeisterung der Anlieger in Grenzen hält: Die Bebauung des bisherigen Kindergartengrundstückes an der Twente mit drei Mehrfamilienhäusern und 18 Wohneinheiten nimmt Gestalt an. Bei drei Gegenstimmen (UWG) und einer Enthaltung (CDU) stimmte der Bauausschuss am Mittwoch dafür, das Änderungsverfahren für den Bebauungsplan einzuleiten und die Öffentlichkeit zu beteiligen. Zuvor hatte Architekt Heiner Farwick die überarbeitete Planung vorgestellt, mit der Bedenken der Nachbarn zumindest teilweise Rechnung getragen wird: „Wir kommen in der Höhe ein ganzes Stück runter“, stellte Farwick fest.

Von Jürgen Schroer

Drei Mehrfamilienhäuser mit zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss sollen auf dem heutigen Kita-Grundstück an der Twente entstehen. Der Lageplan verdeutlicht, was entstehen soll. Foto: Plan: farwick + grote Architekten

Zum Auftakt der Sitzung beantragte die UWG, die Punkte zu den geplanten Bebauungen an Twente und Meisenweg von der Tagesordnung abzusetzen. Nico Charbon drängte darauf, den zwischen Stadt und Geno im Vorjahr geschlossenen Vertrag – Tausch der Flächen an Twente und Meisenweg gegen das Kita-Grundstück an der Riete – auf rechtliche Gültigkeit überprüfen zu lassen. Das Vertragswerk sei zu umfangreich und komplex, um es nachvollziehen zu können. „Wir brauchen Rechtssicherheit“, argumentierte Charbon. Der Ausschuss lehnte dies bei drei Ja-Stimmen klar ab.

Auf die Problemlage der Anlieger wies Bernhard Jansing in der Fragestunde für Einwohner hin: Er kritisierte die geringen Abstände zu den geplanten Neubauten mit Schattenwurf als Folge und bat um Änderungen im Sinne der Nachbarn, etwa durch Verschiebung der Baukörper. Architekt Farwick machte deutlich, dass in die aktuelle Planung verschiedene Wünsche der Anlieger eingeflossen seien. Die Gebäudehöhe sei auf 11,50 Meter reduziert worden, die Traufhöhe auf sieben Meter und die Dachneigung auf 36 Grad. Eine geänderte Anordnung der Fenster berücksichtige nachbarliche Interessen. Außerdem weise der überarbeitete Entwurf jetzt Nebenanlagen für Fahrräder und Mülltonnen auf. Die Variante, zwei Gebäude giebelständig an der Twente zu platzieren, sei nicht ratsam. Dann würden Stellplätze und Verkehr in die Tiefe des Grundstückes verlagert.

Aus der Polititk kamen überwiegend zustimmende Reaktionen. Dominikus Bartusch (CDU) wertete die Überarbeitung der Planung positiv und sprach von einer „verträglichen Lösung“. Die Nachverdichtung an diesem Standort sei richtig. Ähnlich der Tenor bei Andreas Langer (SPD): „Wir stehen zu diesem Projekt“, meinte er. Die vorgenommenen Änderungen seien „erheblich“. Er hoffe, dass die Nachbarn damit ihren Frieden fänden.

Von einer Interessenabwägung sprach Christoph Gand (FDP), signalisierte aber ebenfalls Zustimmung zur weiteren Bauleitplanung. Günter Effkemann (Grüne) betonte, dass es hier um die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum gehe, im weiteren Verfahren würden die Einwendungen fachlich bewertet. Auch Fraktionskollege Hans-Jürgen Gebker zeigte sich mit der „in Masse und Höhe“ überarbeiteten Planung zufrieden.

Am Ende gab es mehrheitlich grünes Licht für die Änderung des B-Planes „Neuen Kamp – Feldwiese“.

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