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Dreifachsporthalle am Borkener Damm ist in die Jahre gekommen

Komplettsanierung oder Neubau?

Gescher

Die Dreifachsporthalle Borkener Damm ist in die Jahre gekommen. Trotz diverser Sanierungsmaßnahmen in der Vergangenheit weist das 1974 errichtete Gebäude erhebliche Mängel auf. Zur Diskussion stehen eine grundlegende Sanierung der Halle oder ein Neubau in unmittelbarer Nähe zum Bestandsgebäude. Mit dem Thema befasst sich am kommenden Mittwoch (25. 5.) der Ausschuss für Infrastruktur, Landwirtschaft und Umwelt (ILU). Die Facility Care AG (Münster) hat die Gebäudesubstanz im Auftrag der Stadt Gescher untersucht und stellt beide möglichen Varianten kostenmäßig gegenüber.

Von Jürgen Schroer

Die Dreifachsporthalle am Borkener Damm hat ihre besten Zeiten hinter sich. Bis zum Jahresende soll Klarheit herrschen, ob für das 1974 errichtete Gebäude eine Komplettsanierung sinnvoll ist, oder ob die Stadt Gescher besser in einen Neubau investiert. Foto: Foto: Kortbus

Seit fast fünf Jahrzehnten ist die Dreifachhalle eine der zentralen Stätten für den Vereins- und Schulsport in Gescher. Seit 1986, als eine Dachsanierung vorgenommen wurde, sind zahlreiche Sanierungsmaßnahmen erfolgt, vom Austausch der Heizungsanlage über die Erneuerung der Beleuchtung bis zur Sanierung der Umkleidebereiche und Nachbefestigung der Deckenplatten.

Dennoch gibt es eine lange Mängelliste: Bis auf das Dach ist die Halle energetisch auf dem Stand der 1970er-Jahre. Laut Verwaltung ist die Lüftungsanlage abgängig und bei Ausfall zu erneuern. Die ineffektive Wärmeverteilung über die Lüftungsanlage mit sehr langen Vor- und Nachlaufzeiten müsse überarbeitet werden. Die Heizkörper in den Fluren und Räumen seien „rostig und demoliert“. Der überwiegende Teil der Ver- und Entsorgungsleitungen stamme aus dem Jahr 1974 und sei bereits mehrfach ausgefallen.

Auch die Sanitäranlagen seien größtenteils noch aus der Entstehungszeit. Die Beleuchtungsanlage lasse sich nur noch auf der Minimalbeleuchtungsstufe betreiben und sei noch nicht auf LED-Technik umgestellt. Und weiter: Im Zwischenbodenbereich (zwischen Sportboden und Betonsohle) gebe es Verbindungsgänge nach außen, die regelmäßig Nager anzögen. Auch die fast 50 Jahre alte Tribüne sei abgängig (verzogen und viele Klemmstellen). Der überwiegende Teil der Innentüren sei defekt und teilweise nicht mehr zulässig (ohne Klemmschutz), die Außentüranlagen müssten überarbeitet werden. Die Summe dieser Mängel, so die Verwaltung, ließen den Sportbetrieb in der Halle zurzeit noch zu, würden aber in Zukunft die Nutzung des Gebäudes einschränken oder sogar ganz unterbinden.

Wie aus der Vorlage für die ILU-Sitzung hervorgeht, ist die Dreifachsporthalle offiziell als „Versammlungsstätte“ genehmigt, wird aber aus baulichen Gründen seit fast drei Jahren nicht mehr als solche genutzt. Auch aus energetischen Gründen ergibt sich Handlungsbedarf: Der Gasverbrauch liege zwischen 40 000 und 75 000 Kilowattstunden jährlich höher als bei anderen konventionellen Sporthallen. Bei Passivhaus-Hallen sei die Differenz noch eklatanter.

Vor diesem Hintergrund schlägt die Verwaltung vor, im Haushalt 2023 Planungskosten für eine Komplettsanierung der Halle oder einen Neubau einzuplanen – die Entscheidung, was gemacht wird, soll im Zuge der nächsten Haushaltsberatungen getroffen werden. Mit der Umsetzung könnte im Jahr 2024 begonnen werden.

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