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Christian Fleer ist bei der Stadt Gescher in viele Projekte eingebunden

Mit Vollgas für den Klimaschutz

Gescher

Die Arbeitsgrundlagen für den neuen Klimaschutzmanager der Stadt Gescher hat der Rat schon 2019 beschlossen. Damals wurde das Klimaschutzkonzept mit ehrgeizigen Vorgaben für die CO2-Reduktion auf lokaler Ebene und einem umfangreichen Maßnahmenpaket verabschiedet. „Das ist die Basis für meine Arbeit“, sagt Christian Fleer, der die Stelle im Rathaus Anfang September angetreten hat. Eigentlich sollte schon Anfang Juni Dienstbeginn sein, aber die Bewilligung der Fördermittel habe auf sich warten lassen. In der Einarbeitungsphase suche er viel Kontakt zu den Fachabteilungen in der Stadtverwaltung, um die Kollegen kennenzulernen und sich über den Ist-Zustand bei den klimarelevanten Themen zu informieren. „Ich bin kein Einzelkämpfer“, betont Fleer und will auch die Bürgerinnen und Bürger bei den anstehenden Projekten mitnehmen. Bürgermeisterin Anne Kortüm ist froh über die personelle Verstärkung: „Damit kommen wir jetzt auch beim Mega-Thema Klima voran.“

Von Jürgen Schroer

E-Bikes hat die Stadtverwaltung Gescher schon länger im Einsatz. Bürgermeisterin Anne Kortüm und Klimaschutzmanager Christian Fleer hoffen, dass in naher Zukunft noch viele Projekte angeschoben werden, damit es mit dem lokalen Klimaschutz vorangeht. Foto: Foto: Jürgen Schroer

Christian Fleer stammt gebürtig aus Ahaus und hat in Gelsenkirchen Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Facility Management studiert. Sein Masterstudium hat der 33-Jährige im November 2020 abgeschlossen. Es biete gute Grundlagen für das Anforderungsprofil eines Klimaschutzmanagers. Dass es mit der Stelle in Gescher geklappt habe, freue ihn als Ahauser sehr. „Da kennt man den Menschenschlag“, schmunzelt Fleer. Noch fährt er mit einem Verbrenner-Fahrzeug zur neuen Arbeitsstelle, aber die Anschaffung eines Elektroautos stehe schon auf der Agenda...

Auch die Stadt Gescher hat schon das erste E-Auto bestellt und setzt damit eine von weit über 20 Einzelmaßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept – Umstellung der kommunalen Fahrzeugflotte auf alternative Antriebe – um. Dazu passt die Aufstellung von vier Ladestationen in Gescher und Hochmoor, in deren Planung Fleer schon eingebunden ist.

Aber auch andere Projekte, die teilweise bereits angeschoben sind, fallen in den Zuständigkeitsbereich des Klimaschutzmanagers. So möchte Gescher Fairtrade-Stadt werden und ruft dazu eine Steuerungsgruppe ins Leben, in der Fleer mitarbeiten wird. Auch die Anerkennung als fahrradfreundliche Stadt bedarf einiger Anstrengungen bis zur nächsten Bereisung im Frühjahr 2022. Mit Blick auf das neue Baugebiet Schultenrott – hier sind die Bescheide über die Grundstücksvergabe soeben raus – denkt Fleer an Informationsangebote zu erneuerbaren Energien für die Häuslebauer. Auch Carsharing-Modelle, die in anderen Kommunen erfolgreich laufen, möchte der 33-Jährige zeitnah prüfen.

Mit kleinen Schritten viel erreichen und dabei möglichst viele Bürger mitnehmen, das hat sich Christian Fleer vorgenommen. Die Fernziele sind im Klimaschutzkonzept festgeschrieben: Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß in Gescher um 35 Prozent reduziert werden, bis 2050 sogar um 85 Prozent. Neben der Mobilität sieht Fleer ein großes Potenzial zur Verringerung des Energiebedarfes in der Sanierung von Gebäuden. Hier stammten immerhin gut 65 Prozent der Bestandsgebäude aus der Zeit vor 1980. Fleer denkt an Haus-zu-Haus-Beratungen, um effektive Sanierungs- und Fördermöglichkeiten aufzuzeigen. Einig weiß sich Fleer mit Bürgermeisterin Anne Kortüm, dass es sich beim Klimaschutz um eine Mammut- und Daueraufgabe handelt. Beide hoffen, dass die Stelle des Klimaschutzmanagers bei der Stadt Gescher über die bewilligten drei Jahre hinaus bestehen bleibt und gefördert wird.

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