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Pläne für Bebauung des Kindergartengrundstückes Twente missfallen Anwohnern

„Nachverdichtung fällt zu massiv aus“

Gescher

(js). Die kommunalpolitische Sommerpause geht zu Ende. Den Reigen der Sitzungen eröffnet der Ausschuss für Bauen, Planen, Stadtentwicklung und Digitalisierung (BPSD) am Mittwoch (28. 8.). Der befasst sich direkt mit einem Thema, das zumindest bei den betroffenen Anliegern wenig Begeisterung auslöst: Das jetzige Kindergartengrundstück an der Twente soll nach dem Abbruch des Altgebäudes mit drei Mehrfamilienhäusern bebaut werden. Insgesamt 18 Wohnungen sind dort vorgesehen. Über eine Änderung des Bebauungsplanes Nr. 6 „Neuen Kamp – Feldwiese“ sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für dieses Projekt geschaffen werden. Die Nachbarn halten diese Form der Nachverdichtung für zu massiv.

Die Pläne der Geno sehen für das jetzige Kindergartengrundstück an der Twente die Errichtung von drei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 18 Mietwohnungen vor. Foto: Quelle: Stadt Gescher

Hintergrund ist der Standortwechsel des Marien-Kindergartens zur Riete. Die Fünf-Gruppen-KiTa entsteht auf dem früheren Areal des Bildungszentrums als Ersatzbau für das abgängige Objekt an der Twente. Möglich geworden ist das Projekt durch ein Grundstücks-Tauschgeschäft mit den drei Beteiligten Stadt, Kirche und Geno Gescher. Die Wohnungsbau- und Siedlungsgenossenschaft ist neue Eigentümerin der Fläche an der Twente und möchte hier Wohnraum schaffen. Die Nachfrage an Mietwohnungen, insbesondere in zentraler Lage, sei weiterhin sehr hoch. Die Planung sieht drei Wohnhäuser mit zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss vor, maximal sechs Wohnungen pro Gebäude sollen zulässig sein. Außerdem werden zwei Stellplatzanlagen auf dem Grundstück angeordnet.

Anfang dieser Woche haben Bürgermeisterin Anne Kortüm und Bauamtsleiter Uwe Wißmann das Konzept den Anliegern vorgestellt. Und denen schmecken die Pläne nicht: Eine Nachverdichtung sei sinnvoll, aber nicht in dieser massiven Form, so der Tenor. Die Nachbarn fürchten Wertminderungen für ihre Häuser, eine „katastrophale Parksituation“ auf der Twente, Störungen der Privatsphäre durch Einsicht auf Gärten und Terrassen und möglicherweise eine Überlastung der Kanalisation. Ihre Forderung an Politik und Geno: Reduzierung der Gebäudehöhe um ein Stockwerk, Beschränkung auf maximal zwölf Wohnungen.

Im Ausschuss geht es erst einmal um die Einleitung des Änderungsverfahrens für den B-Plan und die Beteiligung der Öffentlichkeit und Fachbehörden. In diesem Rahmen können auch die Anlieger ihre Bedenken vortragen. Die vorgeschlagene Änderung umfasst eine Anpassung der Baugrenzen sowie der Grundflächen- und Geschossflächenzahl.

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