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Kolping bittet Gescheraner weiterhin um ausgediente Handys und Smartphones

Ressourcen schonen und Leid lindern

Gescher

(sk). Das Smartphone, das vor zwei Jahren noch topaktuell war, gilt heute oft schon als veraltet. Ein neues muss her, doch vom Altgerät können sich nur die wenigsten trennen. Es verschwindet meist in irgendeiner Schublade, obwohl es wertvolle Stoffe enthält, die wiederverwertet werden können. Bereits seit drei Jahren sammelt die Kolpingsfamilie Gescher Altgeräte, schont Ressourcen und trägt so dazu bei, dass weniger Menschen gezwungen werden, die in Handys enthaltenen Rohstoffe zu gewinnen.

Die Gescheraner werden gebeten, ausgediente Mobilgeräte zu spenden, damit darin enthaltene Rohstoffe wiederverwertet werden können. Foto:

Insbesondere im Kongo werden Menschen gezwungen, Rohstoffe für Handys und Smartphones aus dem Boden zu holen. Dabei erleiden sie oft „unvorstellbare Gewalt“, weiß Josef Bieber, der sich für die Handy-Sammlung in der Glockenstadt engagiert. Die Zahl der Althandys in deutschen Haushalten sei in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, weiß der Elektrofachmann. Aufgrund der enthaltenen Rohstoffe sei es wichtig, die nicht mehr benötigten, aber oft noch funktionstüchtigen Geräte wiederzuverwerten oder fachgerecht verwerten zu lassen. Denn Metalle wie Eisen, Kupfer, Aluminium, Nickel, Tantal oder das seltene Coltan stehen nicht unendlich zur Verfügung.

„Allein für die Gewinnung von einem Gramm Gold muss in den Goldminen eine Tonne Golderz geschürft und verarbeitet werden. Mit der Rückführung beziehungsweise dem Recycling lassen sich die Rohstoffe sparen“, sagt Bieber. Darüber hinaus sei der Abbau diverser Rohstoffe in vielen Ländern der Erde mit schlimmen Menschenrechtsverletzungen verbunden. Auch Frauen und Kinder würden zu diesen Arbeiten gezwungen, misshandelt und ausgebeutet. Nicht selten würden die Erlöse aus dem Rohstoffhandel für den Kauf von Kriegswaffen verwendet.

Das Kolpingswerk sieht es als Aufgabe an, diese Missstände zu unterbinden und so sammelt es mit großem Engagement ausgediente Handys. „Mehr als 60 000 Geräte wurden bislang gespendet“, weiß Bieber, der selbst als Entwicklungshelfer den afrikanischen Kontinent kennengelernt hat. Allein in Gescher wurden bis dato schon 1037 Althandys gesammelt. Die gespendeten Handys werden an die Kölner Firma Mobile Box weitergeleitet. Hier werden diese auf Funktionalität geprüft, sämtliche Daten verlässlich gelöscht und dem Wiederverkauf zugeführt. Defekte Handys werden recycelt, die wertvollen Stoffe wiederverwertet.

Josef Bieber wünscht sich, dass die Gescheraner die nicht mehr benötigten Handys (möglichst mit Ladeteil) der örtlichen Kolpingsfamilie überlassen. Angenommen werden diese im Pfarrbüro, im Kaufhaus N˚ 10, von Bieber selbst und allen anderen Kolpingmitgliedern. Wer sein Althandy abgebe, trage dazu bei, dass es den Menschen im Kongo und in vergleichbaren Ländern etwas besser gehe.

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