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Förderpreise der Universität Osnabrück an Eric Lanfer und Timo Osterkamp aus Gescher verliehen

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Gescher

Stifter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft haben an der Universität Osnabrück 35 Studenten mit Förderpreisen ausgezeichnet. Mit Eric Lanfer und Timo Osterkamp zählen im akademischen Jahr 2021/2022 gleich zwei Gescheraner zu den Preisträgern. Sie kennen sich seit Kindertagen, haben früher in einer gemeinsamen Studenten-WG gewohnt und ihr Informatik-Studium mit Bravour (jeweils Note 1,0 für die Masterarbeit) abgeschlossen. Jetzt schlagen die jungen Männer unterschiedliche Wege ein: Eric Lanfer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Osnabrück, forscht dort im Bereich IT-Sicherheit und will promovieren, Timo Osterkamp lebt in Bochum und ist dort als Projektingenieur im Bereich Windenergie bei dem Unternehmen Sokratel angestellt. Nach Gescher kommen beide noch regelmäßig, um ihre Familien und Freunde zu besuchen. Ob sie sich vorstellen können, irgendwann ganz nach Gescher zurückzukehren? „Eher nicht“, lautet der Tenor.

Feierliche Förderpreisverleihung an der Universität Osnabrück. Das Bild zeigt (von links) Professor Dr. Oliver Vornberger, Eric Lanfer und Universitätspräsidentin Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl. Foto: Foto: Uwe Lewandowski

Beiden Gescheranern war der akademische Werdegang nicht in die Wiege gelegt. Eric hat die Realschule besucht, dann eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration bei ITM Systems gemacht und – zusammen mit Timo – die Fachoberschule Informatik in Osnabrück besucht. „Für Technik und Naturwissenschaften habe ich mich von klein auf begeistert“, sagt der 29-Jährige. Es folgten das Bachelor-Studium Informatik und zwei Auslandssemester in Stockholm und an der Universität in Twente. Im Juni 2021 schloss er sein Masterstudium ab.

Auch Timo Osterkamp war von Kindesbeinen an technikaffin. Nach dem Besuch der Hauptschule in Gescher hat er bei Euronics in Ahaus eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker absolviert und dann das IT-Fachabi in Osnabrück gemacht. Von 2014 bis 2018 folgten das Bachelor-Studium Informatik mit Anwendungsfach Physik und dann bis 2021 der Masterstudiengang mit Anwendungsfach Betriebswirtschaft. Schon vor der Masterarbeit hat der 29-Jährige als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Software Engineering gearbeitet und an einem universitätsübergreifenden Forschungsprojekt mitgewirkt. Hieran knüpfte seine Masterarbeit zum Thema „Projektspezifische Initialcodegenerierung für Mikrocontroller“ an. Worum es dabei geht? Bei der Softwareentwicklung wird der Programmcode auch heute meist per Hand geschrieben. Die Masterarbeit bietet eine Hilfestellung, um bei der Softwareentwicklung mehr zu automatisieren. Darin wird vorgeschlagen, wie ein Programmcode automatisch generiert werden kann. Dies geschieht nach genauer Konfiguration des Softwareentwicklers. Für diese Arbeit erhielt Timo den Förderpreis der Rosen-Gruppe (Lingen).

Eric Lanfer hat den Multimedia-Förderpreis bekommen, gestiftet von Prof. Dr. Oliver Vornberger. Ziel seiner Arbeit war es, die Genauigkeit von Contact Tracing Apps wie der Corona-Warn-App zu verbessern. Während die bekannte App auf Bluetooth-Basis funktioniert, lässt sich die Genauigkeit der erforderlichen Distanzschätzungen verbessern, wenn Bluetooth und WLAN-Signale kombiniert werden. Dabei wandte Eric Lanfer verschiedene Ansätze des „Machine Learning“ an und befasste sich mit den wichtigen Aspekten der Privatsphäre und des Energieverbrauchs. Aus der Arbeit ist eine wissenschaftliche Veröffentlichung entstanden, welche Ende September auf einer Konferenz in Kanada präsentiert wird.

Aktuell widmet sich Eric Lanfer, der sich seit Jahren beim DRK Gescher engagiert, der IT-Sicherheit und speziell der Erkennung von Angriffen auf Computer und Netzwerke. Nach der Promotion möchte er „weiter im Wissenschaftssektor arbeiten, forschen und lehren“, so der Gescheraner. der in seiner Freizeit gerne den Drittligisten VfL Osnabrück anfeuert und Vorsitzender des Osnabrücker Ablegers des Chaos Computer Club ist.

Dort ist auch Timo Osterkamp aktiv, der sich zugleich für Astronomie und Astrofotografie interessiert. Sein Arbeitgeber Sokratel GmbH in Bochum entwickelt Software für die Auto-industrie und für die Windenergie-Industrie (Enercon, Nordex). Als Projektingenieur optimiert der Informatiker „eingebettete Software“ für Windkraftanlagen und knüpft damit an das Thema seiner Masterarbeit an. Das Leben in der Großstadt, sagt der 29-Jährige, möchte er nicht mehr missen.

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