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Erste öffentliche Versteigerung von Fundsachen seit drei Jahren

Sonne lacht zur Schnäppchenjagd

Gescher

Irgendwie ist es doch schöner, die Dinge zu sehen und zu berühren und vor allem „live“ mitbieten zu können und dabei den ausgestochenen Konkurrenten in die Augen sehen zu können. Das strahlte die erste öffentliche Versteigerung von Fundsachen der Stadt Gescher seit drei Jahren auf dem Rathausvorplatz aus. Dabei verlief alles ganz friedlich und gesittet. Verwaltungsmitarbeiter Jürgen Tubes leitete die Auktion bei strahlendem Sonnenschein. Zuerst kamen 72 Fahrräder unter den sprichwörtlichen Hammer, den Tubes allerdings nicht einsetzte. Er bestellte vielmehr den neuen Besitzer mit dem üblichen Ruf „zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ und schickte ihn umgehend zur Zahlstelle, wo alles amtlich besiegelt wurde. Denn ohne Barzahlung gab es keine ersteigerte Fundsache.

Von Elvira Meisel-Kemper

Fundsachen-Versteigerung auf dem Rathausplatz: Bevor es losging, hatte alle Interessierten hinreichend Gelegenheit, die Versteigerungsobjekte in Augenschein zu nehmen. Mancher Bieter machte bei der folgenden Auktion ein echtes Schnäppchen. Foto: Fotos: Elvira Meisel-Kemper

Das erfuhren auch zwei Mädchen, die wohl eher aus Spaß am Mitbieten als aus wahrem Interesse mitmachten. So schnellte der Preis eines Fahrrades von fünf Euro als Anfangsgebot schnell auf 15 Euro hoch. Da sie aber kein Geld dabei hatten, erhielt ein anderer Bieter den Drahtesel.

Gabriele Kussauer-Achenbach hatte sich im Vorfeld schon ein Fahrrad ausgeguckt. „Ich war die einzige Bewerberin für dieses Fahrrad“, präsentierte sie sich stolz als neue Besitzerin. Bei den anderen Fundsachen hatte sie schon mehr Konkurrenz. Sie hatte eine Tasche mit einem Paar nagelneuer Tamaris-Pumps in genau ihrer Größe entdeckt. Auch das konnte sie für 21 Euro mit nach Hause nehmen. Barbara Robers freute sich über ein Kinderrad, das sie ersteigern konnte: „Ich habe das erst auf dem Podium gesehen. Da habe ich gleich an meine fünfjährige Nichte gedacht, die das Rad bekommt.“ Felix Kötting musste für sein Fahrrad 20 Euro hinlegen. Allerdings wird er das Fahrrad aus gutem Grund für sich behalten: „Mein altes Fahrrad hat keine Gänge. Das Rad hier sieht außerdem besser aus.“

Der einzige Roller fand keinen Abnehmer und rund ein Drittel der Räder ebenso nicht. Bei den kleineren Fundsachen ging das meiste weg. Ein Taschenrechner ging für 15 Euro weg beim Startgebot von fünf Euro. Sogar eine Krawattennadel wurde für zwei Euro weitergereicht. Einige Handys waren auch dabei. „Auf den Handys sind keine Daten mehr drauf. Wir können aber nicht sagen, ob sie noch funktionieren“, erklärte Tubes. Karl-Heinz Janke freute sich über sein neues Samsung-Smartphone, das er für 20 Euro ergattern konnte. „Ich hatte mal ein ähnliches Handy. Den vollen Preis wollte ich nicht dafür bezahlen“, so Janke.

Sehr gefragt waren Uhren, Ketten und Ringe, die meist bei einem Anfangsgebot von fünf Euro angeboten wurden. Spitzenreiter war eine Kette, die nach zähem Ringen unter mehreren Bietern für 72 Euro wegging. Relativ bescheiden waren dagegen die Gebote für drei Drohnen ohne Fernbedienung. Den höchsten Preis erzielte ein Fluggerät mit vier Euro bei einem Startpreis von nur einem Euro.

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