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Weihnachtsmarkt in Gescher fällt zum zweiten Mal in Folge aus

„Viele zeigen Verständnis“

Gescher

Vom Gedanken an den Weihnachtsmarktbummel am übernächsten Wochenende müssen sich die Gescheraner und auswärtige Besucher verabschieden. Seit Mittwoch steht fest, dass das Event zum zweiten Mal in Folge ausfällt, obwohl die Vorbereitungen fast abgeschlossen waren. „Aufgrund der neuen Vorgaben des Landes NRW, wonach für Weihnachtsmarktbesuche die 2G-Regel gilt, haben wir uns in Abstimmung mit dem Ordnungsamt schweren Herzens für die Absage entschieden“, erläuterte Stadtmarketing-Geschäftsführerin Jana Ay. Die Einhaltung von 2G lasse sich bei einer Veranstaltung in der gesamten Innenstadt mit ihren zahlreichen Zugängen nicht verlässlich kontrollieren. Im Gegenzug gibt es aber auch eine gute Nachricht: Der Adventskalender auf dem Museumshof vom 30. 11. bis 23. 12. findet statt (mit Einlasskontrolle) und wird im Vergleich zu den Vorjahren deutlich „aufgepeppt“.

Von Jürgen Schroer

Letztmalig konnte der Weihnachtsmarkt 2019 unter „normalen“ Bedingungen stattfinden. Das für den 27./28. November geplante Event ist jetzt abgesagt worden. Dafür soll der Adventskalender am Heinrich-Hörnemann-Haus stattfinden und aufgewertet werden. Foto: Foto: Archiv

Seit Mittwoch hat das Stadtmarketingteam damit begonnen, Aussteller und Geschäftsleute telefonisch über die Absage zu informieren. „Viele zeigen Verständnis“, so Jana Ay. Auf der anderen Seite gebe es auch Enttäuschung, weil sich viele Aussteller mit selbstgefertigten Produkten lange auf den Markt vorbereitet hätten. Auch die hiesigen Geschäftsleute hätten den verkaufsoffenen Sonntag gerne mitgenommen. Aber schon die Planung des Marktes sei schwierig gewesen. Wegen der Pandemie hätten von vornherein manche Aussteller vorsichtshalber abgesagt. „Es hätte Lücken gegeben“, so Jana Ay. Mit der Vorgabe 2G und weiteren Absagen (Heimatverein) hätte die Attraktivität des Marktes weiter gelitten. Vor diesem Hintergrund sei die Entscheidung für die Absage gefallen.

Die zweijährige Pause für den Weihnachtsmarkt sieht die Stadtmarketing-Chefin aber auch als Chance, das Konzept für den Markt erneut zu überdenken. Sie könne sich gut vorstellen, den Markt an einem Standort zu konzentrieren und dort eine tolle Atmosphäre zu kreieren. Mögliche Standorte seien der Museumshof, das Umfeld der Kirche oder der Rathausvorplatz. Früh im nächsten Jahr sollen die Überlegungen starten.

Abgesagt ist – wie im Vorjahr – der Nikolausumzug am 5. Dezember. Die Begründung ist analog zum Weihnachtsmarkt: „Wenn sich über 2000 Menschen auf dem Pankratius-Schulhof tummeln, lässt sich die Einhaltung der 2G-Regel nicht verlässlich kontrollieren“, so Jana Ay. Deshalb müssen sich die Kinder ein weiteres Jahr gedulden, bis die Kutsche mit Nikolaus und Ruprecht wieder durch die Innenstadt rollt und Stutenkerle verteilt werden.

Stattfinden wird der Adventskalender. „Da wollen wir richtig Gas geben“, kündigt Jana Ay an. Bei dieser Veranstaltung, bei der täglich ein von Kindern gestaltetes Fensterbild im Heinrich-Hörnemann-Haus präsentiert wird und von Sponsoren gestiftete Sachpreise zu gewinnen sind, wird es nur einen Eingang geben, sodass sich die 2G-Kontrolle hier verlässlich umsetzen lässt. Die Zugänge vom Westerkamp und bei Schweers werden gesperrt. Aussteller und Geschäftsleute erhalten die Möglichkeit, sich in Hütten zu präsentieren – auch als kleiner Ersatz für den ausgefallen Weihnachtsmarkt. „Wir fragen gerade ab, wer mitmacht“, so Ay. Zwei große Pagodenzelte sorgen dafür, dass die Besucher geschützter stehen als in der Vergangenheit.

Und damit sich der höhere Aufwand auch lohnt, werden die Besuchszeiten für den Adventskalender verlängert: Montags bis freitags von 16.30 bis 19 Uhr und samstags und sonntags von 15 bis 19 Uhr findet die Aktion statt. „Davon werden besonders Familien mit Kindern profitieren“, ist sich Jana Ay sicher. Vereine sorgen im Wechsel dafür, dass die Besucher mit Waffeln, Glühwein, Kakao und Würstchen versorgt werden.

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