1. www.azonline.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Gescher
  6. >
  7. Vorkämpfer für Opferschutz

  8. >

Gescheraner Ewald Vogeshaus in Düsseldorf mit Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet

Vorkämpfer für Opferschutz

Gescher. „Sie haben sich seit Jahrzehnten in bemerkenswerter Weise für das Allgemeinwohl engagiert. Verstehen Sie den Verdienstorden als Dank und Anerkennung für Ihre ganz persönliche Lebensleistung.“ Mit diesen Worten würdigte Landesjustizminister Peter Biesenbach den Gescheraner Ewald Vogeshaus und händigte ihm im Rahmen einer Feierstunde in Düsseldorf das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus. Mit dieser Auszeichnung, verliehen durch Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, findet insbesondere das Engagement von Vogeshaus im Weißen Ring Anerkennung. Seit über 30 Jahren leitet er die Außenstelle dieser Opferschutzorganisation im Kreis Borken.

Allgemeine Zeitung

Im Rahmen einer Feierstunde im Landesjustizministerium Düsseldorf händigte Justizminister Peter Biesenbach (l.) den Orden samt Urkunde an den Gescheraner Ewald Vogeshaus aus. Foto: Justiz NRW

Ewald Vogeshaus wurde 1947 in Gescher geboren, ist verheiratet und Vater von erwachsenen Kindern. Bis zu seiner Pensionierung im Februar 2011 war er als Lehrer an der Bischöflichen Canisiusschule in Ahaus tätig. Die Auszeichnung erhalte der Gescheraner aufgrund seines „jahrelangen ehrenamtlichen Engagements im sozialen und kommunalpolitischen Bereich“, so Biesenbach in seiner Laudatio. Seit über drei Jahrzehnten setze sich Vogeshaus für die Hilfe und Unterstützung von Kriminalitätsopfern in der Organisation „Weißer Ring“ ein. In deren Landesverband habe er ab 1987 die Außenstelle Kreis Borken mit aufgebaut und zusätzlich die für eine wirkungsvolle Opferhilfe erforderliche Netzwerkstruktur geschaffen. „Die ersten 15 Jahre sorgten Sie alleine dafür, dass die Betreuung der Kriminalitätsopfer sichergestellt wurde“, so der Justizminister. Nach und nach habe er weitere ehrenamtliche Mitarbeiter angeworben, sodass nunmehr 15 Personen am Standort Borken für die Betreuung von Kriminalitätsopfern zur Verfügung stehen. Biesenbach: „Sie, lieber Herr Vogeshaus, sind gleichwohl die erste Kontaktperson für die Betroffenen und erster Ansprechpartner für alle Mitarbeiter der Außenstelle Borken geblieben.“

Das Team der Außenstelle Borken begleitet jährlich etwa 200 Kriminalitätsfälle. Die Mitarbeiter leisten den Opfern menschlichen Beistand, stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite und geben insbesondere Hinweise, wie man sich durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen kann. In Notfällen kümmert sich der Weiße Ring um die Übernahme der Anwaltskosten. Opfer erhalten bei Bedarf Unterstützung bei Behördengängen, Gerichtsverhandlungen und bei der Wohnungssuche. Alle Anrufe beim sogenannten Opfertelefon liefen direkt am Privatanschluss Vogeshaus auf, so der Justizminister. Zusätzlich leiste der Gescheraner laufend Öffentlichkeitsarbeit, um für das Thema „Kriminalitätsopfer“ zu sensibilisieren. Dies insbesondere am 22. März, dem „Tag der Kriminalitätsopfer“.

Über sein Wirken im Weißen Ring hinaus habe sich Vogeshaus in seinem Wohnort Gescher auch kommunalpolitisch engagiert. Er war in den Jahren 1994 bis 1999 Ratsmitglied der Stadt Gescher und parteipolitisch für die UWG Gescher aktiv. Außerdem sei Vogeshaus ehrenamtlich für die Initiative „Offene Weihnacht“ in Gescher tätig. Gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen organisiere er jedes Jahr an Heiligabend eine Weihnachtsfeier mit einem gemeinsamen Essen für alleinstehende und benachteiligte Menschen. Mit den besten Grüßen und Glückwünschen von Ministerpräsident Armin Laschet händigte Biesenbach schließlich die Ordensinsignien und die Verleihungsurkunde aus.

Startseite
ANZEIGE