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Ende letzten Jahres zählte die Stadt Gescher 17 371 Einwohner

Weniger Geburten und Trauungen

Gescher. „Trauungen waren im vergangenen Jahr ein Dauerthema“, blickt Jürgen Tubes auf ein ungewöhnliches Jahr zurück. Wann und wo mit wie vielen Gästen die Zeremonie abgehalten werden konnte, darüber gab es im Corona-Jahr 2020 immer wieder Gespräche im Standesamt. Und so schlägt sich das Virus-Thema auch in der Standesamtsstatistik nieder: Nicht das Heimathaus war der favorisierte Trauort, sondern aufgrund des Platzangebotes das Glockenmuseum und das Rathaus. „Einige Paare haben ihre Trauung sogar per Livestream an Freunde und Bekannte übertragen, die aufgrund der Beschränkungen der Teilnehmerzahl nicht dabei sein konnten“, so Tubes. 68 Paare gaben sich 2020 das Jawort, im Jahr davor waren es noch 72 Trauungen.

Jürgen Schroer

Foto: az

Bei den Geburten verzeichnen die Statistiker im Rathaus einen deutlichen Rückgang. 167 Gescheraner erblickten 2020 das Licht der Welt (eine Hausgeburt), 2019 lag die Zahl bei 199. 79 Jungen und 88 Mädchen sind nun der ganz Stolz der Eltern. Die beliebtesten Vornamen bei den Mädchen sind Lia und Ida. Bei den Jungen ist Anton Spitzenreiter, gefolgt von Ben, Elias, Mats und Matz.

Die Einwohnerzahl der Stadt Gescher ist leicht gesunken: Hier waren Ende 2020 insgesamt 17 371 Personen gemeldet (Ende 2019: 17 398). Davon entfallen auf den Ortsteil Hochmoor 2015 Einwohner – drei weniger als Ende 2019. Der Ausländeranteil lag 2019 noch bei 9 Prozent (1566 Personen) und ist 2020 auf 6,17 Prozent (1071 Personen) gesunken. Die älteste Gescheranerin ist zurzeit 99 Jahre alt, der älteste Gescheraner zählt 98 Lenze.

Geheiratet wird in Gescher vorzugsweise am Wochenende. „Wir konnten jeden Wunschtermin erfüllen“, freut sich Tubes rückblickend. Von 68 Brautpaaren haben im vergangenen Jahr 54 einen Termin am Freitagnachmittag oder Samstag gewählt. 39 Paare haben sich im Glockenmuseum das Jawort gegeben, die anderen Trauungen fanden im Rathaus (21), Heimathaus Gescher (1) und Heimathaus Hochmoor (7) statt. In der Kunsthalle Hense, seit kurzem ebenfalls ein Trauort, hat noch keine Eheschließung stattgefunden. „Die beliebtesten Hochzeitsmonate waren August, September, Oktober und Dezember“, berichtet Tubes. Bei 73 Prozent der Trauungen waren beide Partner ledig, ansonsten war zumindest ein Partner schon mal verheiratet. Traditionell halten es die Gescheraner mit der Namensführung in der Ehe: 91 Prozent wählten einen Ehenamen, davon wiederum 95 Prozent den Namen des Mannes, nur fünf Prozent den Namen der Frau. Bei drei Prozent der Getrauten wurde ein Begleitname (Voranstellung oder Anfügung) gewählt.

Gleich 85 Paare in Gescher konnten 2020 ihre goldene, diamantene oder eiserne Hochzeit feiern. „2021 werden es voraussichtlich 74 Paare sein“, hat Tubes ermittelt. Sein Appell: Paare, die 2021 ein Ehejubiläum haben, aber nicht in Gescher geheiratet haben, sollten sich beim Standesamt melden, damit auch sie geehrt werden können.

647 Menschen haben Gescher im Vorjahr den Rücken gekehrt und sind weggezogen. Gleichzeitig sind 637 Personen zugezogen, die meisten davon aus Coesfeld, Velen und Stadtlohn. Bei den größeren Städten waren es Münster, Essen und Gelsenkirchen, aus denen viele Zugezogene kamen. 119 Neubürger hatten zuletzt einen Wohnsitz im Ausland (2019: 106).

Während 2019 165 Sterbefälle zu verzeichnen waren, sind im vergangenen Jahr 180 Gescheraner gestorben. Davon wurden 96 Personen in Gescher beurkundet, alle anderen sind andernorts verstorben, etwa in umliegenden Krankenhäusern.

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