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Für Neubau an der Riete werden voraussichtlich elf Bäume weichen müssen

„Wird ein schöner Kindergarten“

Gescher. Pfarrer Hendrik Wenning ist sich sicher: „Das wird ein schöner Kindergarten.“ Spätestens im April soll mit den Bauarbeiten an der Riete begonnen werden, damit die Fünf-Gruppen-Einrichtung – Ersatz für den abgängigen Marien-Kindergarten an der Twente – pünktlich zum Start des Kindergartenjahres 2022/2023 genutzt werden kann. Leider wird dafür ein Teil der großen Bäume weichen müssen – auch durch Verschieben des Gebäudes lässt sich der Bestand nicht retten. Nach jetzigem Stand werden voraussichtlich elf Bäume an der Nordseite und an der Kreuzstraße gefällt, fünf bleiben stehen. „Das ist schade“, bedauerte Bürgermeisterin Anne Kortüm, hält eine Umsetzung der Planung aber dennoch für geboten, um die Versorgung mit Kindergartenplätzen in Gescher sicherzustellen. 100 Kinder werden im künftigen Marien-Kindergarten betreut.

Jürgen Schroer

Der Marien-Kindergarten an der Riete ist als eingeschossiger Baukörper mit Pultdächern konzipiert und soll zum Start des Kindergartenjahres 2022/2023 bezugsfertig sein. Die Ansicht zeigt einen Blick auf die großzügige Außenspielfläche. Ansichten: Büro Steinberg & Koeppen Foto: az

Schon jetzt fehlt es in Gescher an Kindergartenplätzen. In den ehemaligen Räumen des Bunten Hauses am Kirchplatz ist eine Notgruppe eingerichtet worden, ab Sommer besteht Bedarf für eine zweite Notgruppe. „Wir prüfen gerade einen möglichen Standort“, erläutert Wenning. Trotz der aktuellen Diskussion um die Bäume freut sich der Pfarrer, dass die Kirchengemeinde einen weiteren KiTa-Neubau realisieren kann und hält das Grundstück an der Riete für sehr gut geeignet. Das knapp 3000 Quadratmeter große Areal gelangt durch ein Dreiecksgeschäft mit Stadt und Geno in den Besitz der Kirchengemeinde. Die wiederum vergibt die Fläche in Erbpacht an das Generalbauunternehmen Eco.Plan aus Coesfeld, das den Kindergarten baut und langfristig an die hiesige Kirchengemeinde vermietet. Die Planung von Architekt Carlo Koeppen sieht ein eingeschossiges, L-förmiges Gebäude mit Pultdächern vor.

Eigentlich hätte allen Beteiligten klar sein müssen, dass bei einem Gebäude mit fast 1000 Quadratmetern auf diesem Grundstück die Bäume nicht unangetastet bleiben können. „Das passt einfach nicht“, so Wenning. Er habe das Gespräch mit den Nachbarn gesucht und die Situation erklärt. Die Gebäudegröße sei durch die fünf Gruppen vorgegeben, eine zweigeschossige Bebauung sei mit dem pädagogischen Konzept der offenen Arbeit nicht vereinbar. Auch ein Verzicht auf Außenspielflächen oder Parkplätze sei nicht möglich. Bürgermeisterin Anne Kortüm verweist auf ein Artenschutzgutachten, das dem Bauantrag beigefügt worden ist. Der Kreis Borken als Genehmigungsbehörde habe bereits signalisiert, dass er keine Bedenken gegen den Standort hat. Vorgesehen sei, zum Ausgleich 14 neue Laubbäume auf dem Grundstück Riete zu pflanzen. Auch die Anregung des Naturschutzvereins, an anderer Stelle im Stadtgebiet weitere Bäume anzupflanzen, werde gutgeheißen. „Das tun wir gerne“, versicherte Wenning.

Für unbegründet hält der Pfarrer die Kritik an der Verkehrssituation. Die Planung sehe 14 Pkw-Stellplätze vor, während rechtlich nur vier bis fünf erforderlich seien. Außerdem sei auf der Kreuzstraße aufgrund der vorhandenen Breite Begegnungsverkehr möglich. „Ich sehe da keine Probleme mit dem Rein- und Rausfahren“, stellt er fest. Und besser als die heutige Situation an der Twente sei dies allemal.

In der Ratssitzung am Mittwoch (24. 2.) wird das Kindergarten-Projekt als informeller Punkt auf die Tagesordnung genommen – hier wird Pfarrer Wenning Rede und Antwort stehen.

- Kommentar zu diesem Thema in der Printausgabe

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